HSV: Spektakuläre Transfers, aber noch kein Saisonziel
Der HSV sorgt auf dem Transfermarkt für Aufsehen. Jetzt wird sich zeigen, ob sich die Anstrengungen und Investitionen gelohnt haben. Einen ersten Beleg soll das Spiel gegen Mainz 05 bringen.
Kann sich über einen verbesserten HSV-Kader freuen: Trainer Merlin Polzin. (Archivbild) Friso Gentsch/dpa
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Nach dem turbulenten Ende der Transferperiode mit drei wichtigen Personalien kehrt auch beim Hamburger SV der Bundesliga-Alltag endlich wieder zurück. Mit der sehnsüchtig erwarteten Rückholaktion von Mittelfeld-Kreativkraft Fabio Vieira (Arsenal), der Verpflichtung des rechten Verteidigers Zakaria El Ouahdi (KRC Genk) und der Leihe von Links-Verteidiger David Möller Wolfe (Wolverhampton) machte der hanseatische Fußball-Erstligist am vergangenen Dienstag auf sich aufmerksam.
Beim ersten Heimspiel der Saison am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) gegen Mainz 05 sind der Portugiese Vieira (26) und der marokkanische WM-Spieler El Ouahdi (24) durchaus Startelf-Kandidaten hoffen. Für den Norweger Wolfe (24) kommt ein Spiel von Beginn möglicherweise noch zu früh. Der WM-Teilnehmer trainierte erst am Mittwoch erstmals mit der Mannschaft.
Polzin dämpft Euphorie
Die drei Last-Minute-Transfers lassen rund um das Volksparkstadion Euphorie aufkommen. HSV-Trainer Merlin Polzin gab den Mahner. „Wir wollen gut arbeiten, wir wollen gut Fußball spielen, aber wir sind vor allem demütig und wissen, dass wir viel arbeiten müssen, um dahin zu kommen, wo uns vielleicht der eine oder andere schon sieht“, sagte der 35-Jährige. Da seien sie aber „ehrlicherweise noch ein ganzes Stück weit von entfernt. Und ich glaube, diesen Realismus, den sollte auch jeder hier an den Tag legen.
Eine Woche vor dem neuen Trio hatte der HSV zudem Terem Moffi von OGC Nizza unter Vertrag genommen. „Wenn du allein die alle aufstellen würdest, dann ist die Hälfte der Mannschaft noch nicht mal seit zwei Wochen zusammen“, sagte Polzin und tat sich mit der Formulierung von konkreten Saisonzielen schwer. „Wenn es jetzt darum gehen würde, irgendwelche Saisonziele für Mai zu definieren, dann fußt das nicht auf einer realistischen Einschätzung meinerseits.“
So wollen die Fans HSV-Rückkehrer und -Hoffnung Fabio Vieira wieder sehen. Florian Wiegand/dpa
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Er sehe, dass die Qualität innerhalb des Kaders erhöht wurde, „dass wir die Lücke auch vielleicht dann zu dem einen oder anderen etablierteren Bundesligisten dadurch schließen konnten“, meinte er weiter. „Aber dass es genau jetzt auch darum geht, diesen neuen HSV, den wir mit dem ersten Tag der Vorbereitung auch in diesem Jahr dann entwickeln wollen, den auch wirklich zu leben.“
Zugänge sind fit
Den Neuen bescheinigte Polzin einen guten körperlichen Zustand: „Die Jungs sind alle fit.“ El Ouahdi und Wolfe seien bei ihren bisherigen Vereinen komplett im Training und im Spielbetrieb gewesen. Fabio Vieira habe die Vorbereitung bei Arsenal in London absolviert, zuletzt aber weniger in Testspielen oder im Spielbetrieb agiert. „Er hat sich übers Training fit gehalten“, meinte Polzin. „Das heißt, sicherlich sind da noch ein paar Momente nötig, um ihn dann auch wieder auf 100 Prozent zu bekommen.“
Anders als El Ouahdi oder Wolfe kennt Vieira die besondere Atmosphäre in dem mit 57.000 Zuschauern ausverkauften Volksparkstadion. In der vergangenen Saison wurde der bisweilen brillante Spielmacher als damaliger Leihspieler von Arsenal zum Publikumsliebling. Jetzt ist Vieira fest verpflichtet.
Schnelles Wiedersehen mit einem Aufstiegshelden
Einer, der sich vom Hamburger SV verabschiedet hat, kommt am Sonntag im Trikot von Mainz 05 zurück. Vier Jahre lang hatte Ransford Königsdörffer für den HSV gespielt. „Es gibt diese Videos von Spielern, die in die falsche Kabine laufen. Das könnte mir auch passieren“, sagte der 24-Jährige im Interview auf der Vereins-Webseite hsv.de. „Es wird mit Sicherheit komisch sein.“
Königsdörffer war mit 14 Toren in der Saison 2024/2025 maßgeblich am Aufstieg beteiligt. In der vergangenen Saison war er in 33 von 34 Bundesliga-Spielen auf dem Platz und traf immerhin noch fünfmal. „Wir haben ihm viel zu verdanken, das bleibt für immer bestehen“, sagte Polzin. „Ich wünsche ihm nur das Beste, weil er ein ganz toller Junge ist, der sich super entwickelt hat.“
Damals noch für den HSV am Ball: Jetzt kommt Ransford Königsdörffer mit Mainz 05 zurück ins Volksparkstadion. (Archivbild) Uwe Anspach/dpa
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Königsdörffer: „Es wird cool“
„Ich habe mich beim HSV sehr wohl gefühlt, aber ich wollte eine Veränderung“, betonte er. „Ich hatte das Gefühl, dass es gut für mich sein könnte, etwas Neues zu sehen und neue Eindrücke zu bekommen. Das hat sich so ergeben.“
Auf das Wiedersehen im und mit dem Volksparkstadion freut er sich. „Es wird cool, gegen die alten Teamkollegen zu spielen. Ich habe in meiner Karriere noch nie gegen einen ehemaligen Verein gespielt“, meinte er. „Das wird etwas komplett Neues für mich sein.“ Er freue sich, „auch wenn ich ehrlicherweise auch mit dem einen oder anderen Pfiff und gewissem Gegenwind rechne“.