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Glatzels Startelf-Rückkehr: „Fußball ist verrückt“

Noch vor zwei Wochen wird Robert Glatzel wegen eines Interviews aus dem Kader gestrichen, jetzt steht er plötzlich wieder in der Startelf des Hamburger SV. Und er zeigt, dass er wichtig werden könnte.

Von Claas Hennig, dpa

05.04.2026

Gegen den FC Augsburg als Startspieler gefragt: HSV-Mittelstürmer Robert Glatzel (M). Gregor Fischer/dpa

Gegen den FC Augsburg als Startspieler gefragt: HSV-Mittelstürmer Robert Glatzel (M). Gregor Fischer/dpa

© Gregor Fischer/dpa

HSV-Trainer Merlin Polzin sorgte schon vor dem Anpfiff zum Bundesliga-Spiel gegen den FC Augsburg für eine Überraschung. In der Startelf des Hamburger SV tauchte der wegen eines Interviews zuletzt aus dem Kader gestrichene Robert Glatzel wieder auf. „Natürlich ist das richtig geil. Das macht unglaublich Spaß, nach wie vor hier spielen zu dürfen“, sagte der 32-Jährige nach dem 1:1 gegen die Augsburger.

Für Glatzel war es der vierte Einsatz in dieser Saison von Beginn an und der erste seit dem 20. Februar im Spiel bei Mainz 05 (1:1). Seitdem kam keine Spielminute mehr dazu.

Glatzel überzeugt

Und der Mittelstürmer lieferte am Samstag gegen den FC Augsburg. Zwar gelang ihm beim 1:1 kein Tor. Doch legte er perfekt für den Ausgleichstreffer von Ransford Königsdörffer (60.) auf und erfüllte auch sonst seine Aufgaben. 

„Es wird weiter darum gehen, als Mannschaft unsere Ziele zu erreichen. Und da ist Bobby ein wichtiger Teil, da ist Bobby voll dabei. Auch nach klärenden Gesprächen“, sagte Polzin. 

HSV-Trainer Merlin Polzin überraschte mit der Aufstellung von Robert Glatzel und durfte sich bestätigt fühlen. Gregor Fischer/dpa

HSV-Trainer Merlin Polzin überraschte mit der Aufstellung von Robert Glatzel und durfte sich bestätigt fühlen. Gregor Fischer/dpa

© Gregor Fischer/dpa

Glatzel zu seinem Interview: „Das Thema ist geklärt“

Dass der 35-Jährige auf Glatzel setzte, war angesichts der Vorgeschichte bemerkenswert und zeigte, dass er nicht nachtragend ist. Noch vor zwei Wochen hatte Polzin den Stürmer für das Spiel bei Borussia Dortmund (2:3) aus dem Kader genommen.

In einem nicht mit dem Verein abgestimmten Interview mit der „Hamburger Morgenpost“ Mitte März hatte Glatzel sein Reservisten-Dasein beklagt. Das kam bei den Verantwortlichen gar nicht gut an. Was folgte, war eine Aussprache, eine Geldstrafe und die Streichung aus dem Aufgebot in Dortmund vor der Länderspielpause - und nun das Wiederauftauchen in der Startelf. 

„Damit habe ich nicht gerechnet. Fußball ist verrückt. Das war sehr, sehr schön, dass ich wieder spielen durfte“, sagte Glatzel. Nach dem interview habe es die Aussprache gegeben, „und das Thema ist geklärt“.

Glatzels Lob für den Trainer 

Er freue sich, „dass wir das trennen können“, meinte Glatzel über seinen Trainer. „Merlin ist durch und durch HSVer, und ich auch.“ Bis zum Saisonende werde er alles geben, „dass wir drinbleiben. Ich glaube, das weiß auch der Trainer.“

In der Tat könnte Glatzel in den letzten sechs Bundesliga-Spielen des HSV noch ein Faktor sein. Auch wenn die Hamburger zehn Punkte Vorsprung auf den VfL Wolfsburg auf dem ersten direkten Abstiegsplatz haben, Entwarnung im Kampf um den Klassenverbleib kann (noch) nicht gegeben werden: Das Restprogramm hat es in sich, zudem spielt der HSV nur noch zweimal im heimischen Volksparkstadion.

Gegen die Augsburger musste Glatzel gemeinsam mit Torschütze Königsdörffer den Platz verlassen - aus taktischen Gründen. Nach der Roten Karte für Miro Muheim (64.) brachte Polzin in der 67. Minute den Dänen Albert Grönbaek und den Georgier Giorgi Gocholeishvili.

Zukunft von Glatzel offen

Glatzel hätte gern noch weiter gespielt. Wie lange und wie oft er überhaupt noch im HSV-Trikot spielen wird, ist offen. Seit 2021 ist der gebürtige Münchener in Hamburg, sein Vertrag läuft noch bis Juni 2027. Ein vorzeitiger Abgang schon in diesem Sommer ist dennoch nicht ausgeschlossen. 

„Ja, das wird man sehen“, antwortete Glatzel auf die Frage nach seiner Zukunft. „Ich glaube, jetzt müssen wir erst einmal noch die nötigen Punkte einsammeln.“ Es sei wichtig, dass der HSV die Klasse halte. „Es ist dann noch ein langer Sommer, das ist alles Zukunftsmusik.“

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