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Gilde-Offizierskorps: Mädchen sollen künftig auch schießen

Mädchen dürfen beim Kinderschützenfest in Wildeshausen nur zusehen – schießen ist ausschließlich Jungen erlaubt. Das führte zu Protesten. Nun hat das Offizierskorps der Gilde überraschend eingelenkt.

Von dpa

08.10.2026

Die Wildeshauser Schützengilde gibt es seit 1403. (Archivbild)Hauke-Christian Dittrich/dpa

Die Wildeshauser Schützengilde gibt es seit 1403. (Archivbild)Hauke-Christian Dittrich/dpa

© Hauke-Christian Dittrich/dpa

Das Offizierskorps der Wildeshauser Schützengilde hat sich überraschend dafür ausgesprochen, dass beim Kinderschützenfest künftig auch Mädchen schießen dürfen. Die entsprechende Empfehlung werde bei der Generalversammlung am 20. Februar 2027 zur Abstimmung auf die Tagesordnung gesetzt, sagte der Sprecher der Gilde, Philipp Hogeback. Zunächst hatte die „Kreiszeitung“ berichtet. 

Die Entscheidung sei mit einer „sehr deutlichen Mehrheit“ getroffen worden. Der Offizierkorps ist der erweiterte Vorstand und für die Ausrichtung des Gildefestes zu Pfingsten zuständig. Beim dazugehörigen Kinderschützenfest dürfen bislang nur Jungen von 10 bis 14 Jahren mit der Armbrust schießen, Mädchen ist das nicht erlaubt. Sie können als „Ehrendame“ mitlaufen. Seit Jahren regt sich dagegen Widerstand.

Initiative „Gilde für alle“ freut sich über den „Sinneswandel“

Die Initiative „Gilde für alle“ begrüßte die Entscheidung: „Wir freuen uns über den Sinneswandel des Offizierskorps“, betonten Majken Hjortskov und Hendrik Boldt. Die Initiative war 2025 auf der Generalversammlung mit dem Anliegen gescheitert, das Kinderschützenfest zu öffnen. Die Mitglieder - nur Männer - hatten mehrheitlich dagegen gestimmt - mit Verweis auf die Tradition.

„Ein Kinderschützenfest, bei dem alle Kinder mitmachen und um die Königswürde kämpfen dürfen, wäre ein großer Gewinn für die Mädchen, für die Schützengilde und für ganz Wildeshausen“, teilte die Initiative mit. Tradition lebe davon, dass Menschen sie weitertragen: „Sie bleibt lebendig, wenn sie sich verändert und alle dazugehören lässt.“

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