Gericht bestätigt Einreiseverbot für Ghana-Profi Partey
Die kanadischen Behörden verweigern Ghanas Fußballer Thomas Partey nach Missbrauchsvorwürfen die Einreise zum WM-Spiel gegen Panama. Ein Gericht hat diese Entscheidung nun bestätigt.
Ein Fall für die Diplomatie: Thomas Partey. (Archivbild)Aaron Chown/PA Wire/dpa
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Ghanas Fußballer Thomas Partey hat vor Gericht eine Niederlage erlitten und darf nicht auf den letzten Drücker zum WM-Auftaktspiel seines Teams nach Kanada einreisen. Das kanadische Bundesgericht in Ottawa hat den Einspruch gegen die zuvor erteilte Einreiseverweigerung für den 33-jährigen Profi vom FC Villareal abgewiesen. Damit kann Partey beim ersten Gruppenspiel von Ghana gegen Panama am Donnerstag (01.00 Uhr) in Toronto nicht dabei sein.
Das Gericht stellte in seinem Urteil „die Wahrung der Integrität des kanadischen Einwanderungssystems und die Durchsetzung der vom Parlament getroffenen Entscheidungen“ über die Interessen des Klägers, auch wenn die Umstände des Antragstellers „ungewöhnlich und für ihn persönlich sowie für seine Nationalmannschaft von großer Bedeutung“ seien.
Partey steht seit April dieses Jahres wegen Missbrauchsvorwürfen in London vor Gericht. Ihm wird in der Anklage vorgeworfen, im Dezember 2020 eine Frau zweimal vergewaltigt zu haben. Vor dem Southwark Crown Court in London plädierte Partey auf nicht schuldig. Ein Urteil soll nicht vor Mitte 2027 fallen. Wegen dieser Causa hatten Kanadas Behörden dem Spieler die Einreise verweigert.
Spieler beteuert seine Unschuld
Parteys Anwältin, Mackeda Bramwell, legte bei der Verhandlung eine Erklärung ihres Mandanten vor. Darin gab der Mittelfeldspieler an, er werde im Falle eines erfolgreichen Einspruchs unter ständiger Aufsicht von Teamoffiziellen stehen und Kanada verlassen, sobald die Mannschaft abreist. „Ich bin nicht verurteilt worden. Ich habe auf nicht schuldig plädiert und gelte weiterhin als unschuldig“, sagte Partey.
Der frühere England-Legionär vom FC Arsenal (2020-2025) verfolgte die Verhandlung in Ghanas WM-Camp in Smithfield im US-Bundesstaat Rhode Island. Die amerikanischen Behörden hatten Partey mit Ghanas Nationalmannschaft einreisen lassen. Einem Einsatz von Partey in den weiteren Vorrundenspielen der Black Stars gegen England am 23. Juni in Massachusetts und gegen Kroatien am 27. Juni in Philadelphia steht somit nichts im Weg.
Ghanas Nationaltrainer Carlos Queiroz ging auf der Pressekonferenz am Tag vor dem Spiel nicht näher auf den Fall ein. „Ich halte es nicht für notwendig, mich dazu zu äußern. Das gehört nicht zu meinen Aufgaben“, sagte der Portugiese. Zuvor hatte Ghanas Außenministerium eine offizielle Protestnote an das kanadische Außenministerium gesandt - letztlich ohne Erfolg.