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Futter, Personal, Benzin: Zoos in MV plagen steigende Kosten

Zum Landeszootag gibt es in Tiergärten und Zoos in Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche Aktionen und Führungen. Durch steigende Kosten stehen einige Einrichtungen aber teils vor massiven Problemen.

Von dpa

09.07.2026

Anlässlich des Landeszootages haben Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre freien Einritt in den Zoos und Tierparks des Landeszooverbandes Mecklenburg-Vorpommern. (Archivbild)Stefan Sauer/dpa

Anlässlich des Landeszootages haben Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre freien Einritt in den Zoos und Tierparks des Landeszooverbandes Mecklenburg-Vorpommern. (Archivbild)Stefan Sauer/dpa

© Stefan Sauer/dpa

Mit freiem Eintritt für Kinder locken die Zoos und Tierparks des Landeszooverbandes in Mecklenburg-Vorpommern zum traditionellen Landeszootag. Zum Ferienstart im Nordosten können Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre die 18 Zoos und Tierparks des Verbandes am Freitag (10. Juli) kostenlos besuchen, teilte das Bildungsministerium in Schwerin mit. Vielerorts sind dann Mitmachaktionen, Führungen und Einblicke in den Natur- und Artenschutz geplant. Die Aktion täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass manche Zoos im Nordosten vor teils massiven Problemen stehen.

Zoo Rostock: Jeder Cent wird zweimal umgedreht 

„Zoos und Tierparks stehen vor der Herausforderung, dass sie als hochgradig infrastruktur- und personalintensive Betriebe von den allgemeinen wirtschaftlichen Teuerungen der letzten Jahre besonders stark betroffen sind“, teilte eine Sprecherin des Zoologischen Gartens Rostock der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Kostensteigerungen verteilen sich dabei demnach auf vier Kernbereiche: Energie- und Bewirtschaftungskosten, Personal- und Tarifkosten, Futter- und Logistikkosten sowie Bau- und Instandhaltungskosten. 

„Der Zoo kann bei steigenden Preisen nicht einfach die Produktion drosseln oder Heizungen komplett abschalten - das Wohl der Tiere und die Sicherheit der Anlagen haben oberste Priorität“, teilte die Sprecherin mit. Daher führen die inflationsbedingten Preissteigerungen in fast allen Betriebsbereichen zu einer spürbaren Mehrbelastung.

Um den wirtschaftlichen Herausforderungen zu begegnen, verfolgt das Management des Zoos eine stringente und risikobewusste Budgetpolitik. „Um diese hohen Kosten aufzufangen, dreht der Zoo jeden Cent zweimal um.“ Dabei gelte die klare Regel, dass die Sicherheit und das Wohl der Tiere vorgehen. 

Bei seinem Sparkurs konzentriere sich das Management nur noch auf das, was wirklich absolut notwendig ist - „also Reparaturen und Maßnahmen, ohne die der Zoobetrieb nicht laufen würde“. So sei das Geld dort verfügbar, wo es am dringendsten gebraucht wird.

Die letzte Anpassung der Eintrittspreise im Zoo Rostock fand den Angaben zufolge zum 1. Januar 2023 statt. Eine weitere Erhöhung der Eintrittspreise sei zunächst nicht vorgesehen. Die Zahl der Besucher im Zoo Rostock ist den Angaben zufolge stabil - trotz der wirtschaftlich herausfordernden Zeiten und der spürbaren Kaufzurückhaltung der Gäste. Im vergangenen Jahr waren 469.890 Gäste in den Zoo gekommen, etwas mehr als im Jahr davor (2024: 466.196 Gäste).

Einen wesentlichen Beitrag zur Stabilität leisten demnach die Stammgäste: „Rund 19.500 Menschen besaßen im Jahr 2025 eine Jahreskarte und sorgten so für eine konstant hohe Zahl an regelmäßigen Besuchen.“

Tierpark Ueckermünde hat Eintrittspreise erhöht

Auch im Tierpark Ueckermünde (Landkreis Vorpommern-Greifswald) sind die gestiegenen Kosten für Personal, Futter, Energie, medizinische Versorgung, Bau und Gastronomie spürbar, teilte Direktorin Katrin Töpke der dpa mit. „Es gibt keinen Bereich, keine Kostenstellen, in denen keine Steigerungen zu verbuchen sind.“ Den größten Anteil machen dabei demnach Treibstoffe und Fahrzeugkosten aus, gefolgt von Kosten für Wasser und Futter. 

Um die Kostensteigerungen zu kompensieren, hat der Zoo zu Beginn der Saison die Eintrittspreise um zehn Prozent erhöht. Auch 2023 und 2024 waren die Eintrittspreise erhöht worden. Zudem werden Mitarbeiter in der Gastronomie nur für die Saison beschäftigt, einige Kioske haben eingeschränkte Öffnungszeiten, es werden weniger Vollzeitmitarbeiter beschäftigt und offene Stellen nicht besetzt, wie die Direktorin mitteilte. 

„Wir stellen Projekte zurück und sanieren nach Priorität, entnehmen aus den Rückstellungen Gelder in besucherarmen Monaten für Personal- und Futtermittelkosten.“

Die Zahl der Besucher habe zuletzt abgenommen: Während 2024 noch 110.089 Gäste pro Jahr den Zoo besuchten, waren es im vergangenen Jahr nur noch 99.005 Gäste (2023: 110.907 Gäste).

Die Bereitschaft, Geld für den oder im Tierpark auszugeben, sei bei einigen Menschen gesunken. Hinzu komme, dass an den Imbissständen jetzt gern die kostengünstigen Angebote gekauft würden.

Löwen, Wölfe und Dingos zählen den Angaben zufolge zu den Tieren mit der teuersten Haltung - es sind Fleischfresser. Besonders kostspielig seien dabei die Heizkosten im Winter, die Futtermittelkosten und lange Transportwege, „da die Schlachthöfe in unmittelbarer Nähe alle geschlossen wurden in den letzten Jahren“.

Zoo Stralsund: Tiere mit Spezialfutter sind am teuersten

„Nahezu in allen Bereichen“ kommt es auch im Zoo Stralsund zu Kostensteigerungen, etwa durch gestiegene Preise für Kraftstoff, wie ein Sprecher der Stadt Stralsund mitteilte. 

Durch einen „sparsamen Umgang mit allen Ressourcen“ kompensiere der Zoo diese Steigerungen. Die Eintrittspreise seien demnach in den letzten Jahren unverändert geblieben. Auch die Besucherzahlen seien mit rund 150.000 Gästen pro Jahr in den vergangenen Jahren stabil gewesen.
 
Den größeren finanziellen Aufwand bei der Tierhaltung erfordern demnach generell Tierarten, die im Winter in Innenhäusern untergebracht werden und Tiere, die auf Spezialfutter angewiesen sind, wie er mitteilte. Angaben zu den konkreten Kosten konnte er nicht machen. 

Der Landeszootag ist eine gemeinsame Initiative der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern und des Landeszooverbandes MV.

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