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Freiburgs Höfler: Noch mal mittendrin statt nur dabei

Es sind aufregende Tage für den SC Freiburg - und für Nicolas Höfler. Die Bundesliga-Karriere des Routiniers ist beendet. Doch das größte Spiel seines Lebens hat er noch vor sich.

Von Christoph Lother, dpa

17.05.2026

Abschied vom heimischen Publikum: Nicolas Höfler (r.) nach dem Leipzig-Spiel.Philipp von Ditfurth/dpa

Abschied vom heimischen Publikum: Nicolas Höfler (r.) nach dem Leipzig-Spiel.Philipp von Ditfurth/dpa

© Philipp von Ditfurth/dpa

Nicolas Höfler saugte all die Emotionen noch mal auf. So wie er es sich vorgenommen hatte. Erst nahmen ihn die Teamkollegen Christian Günter und Maximilian Eggestein auf die Schultern, dann stellte sich der 36-Jährige mit seiner Familie vor die Fans und ließ sich feiern. „Mega geil“ sei das, sagte Höfler nach seinem 293. und letzten Spiel in der Fußball-Bundesliga.

Dass der Routinier im Endspurt plötzlich wieder mittendrin statt nur dabei ist, passt zu dieser märchenhaften Reise des SC Freiburg in dieser Saison. Lange war er in dieser Spielzeit außen vor, die Verletzung des Japaners Yuito Suzuki eröffnete Höfler aber noch mal eine neue Chance. Und er nutzte sie. 

Am Mittwoch in Istanbul bestreitet Höfler mit dem Sport-Club das Europa-League-Finale gegen Aston Villa. Das größte Spiel der Vereinsgeschichte wird für den Oldie die letzte Partie seiner Karriere - besser geht’s ja gar nicht.

Emotionale Auswechslung nach einer Stunde

Ein „pures Gefühlschaos“ sei dieser Samstag gewesen, sagte Höfler nach dem 4:1 (2:1)-Sieg der Freiburger im letzten Bundesliga-Spiel gegen RB Leipzig. Nach rund einer Stunde war der Mittelfeldmann unter großem Applaus der Zuschauer ausgewechselt worden. Trainer Julian Schuster, einst noch sein Mitspieler bei den Breisgauern, hatte Höfler an der Seitenlinie umarmt.

Freiburgs Mittelfeld-Routinier wurde von den SC-Fans immer wieder gefeiert.Philipp von Ditfurth/dpa

Freiburgs Mittelfeld-Routinier wurde von den SC-Fans immer wieder gefeiert.Philipp von Ditfurth/dpa

© Philipp von Ditfurth/dpa

Er freue sich „sehr, sehr, sehr“, sagte der Coach anschließend. Sowohl Höfler als auch der ebenfalls verabschiedete Stürmer Maximilian Philipp hätten einen „würdigen Rahmen“ für den letzten Einsatz im heimischen Stadion bekommen.

Durch den Erfolg gegen Leipzig steht fest: Der SC wird auch nächste Saison international spielen. Mindestens in den Playoffs der Conference League. Bei einem Triumph im Europa-League-Finale sogar in der Champions League.

Über Jahre hinweg im Mittelfeld gesetzt

Was Höfler dann machen wird? Noch wollte oder durfte der langjährige Profi es nicht verraten. Dass er dem Verein erhalten bleiben und eine neue Aufgabe übernehmen wird, hatte er allerdings schon vergangene Woche angekündigt.

Der in Überlingen geborene Höfler ist genau wie Kapitän Günter ein Musterbeispiel für den Freiburger Weg. In der Jugend hatte er sich dem SC angeschlossen. Nach einem zweijährigen Intermezzo bei Erzgebirge Aue schaffte er 2013 auch bei den Profis der Badener den Durchbruch. Danach war er über Jahre hinweg nicht mehr aus ihrem Mittelfeld wegzudenken. Erst als Christian Streich den Trainerjob 2024 an Schuster übergab, änderte sich das.

Nicolas Höfler bestritt bislang 382 Pflichtspiele für die SC-Profis.Philipp von Ditfurth/dpa

Nicolas Höfler bestritt bislang 382 Pflichtspiele für die SC-Profis.Philipp von Ditfurth/dpa

© Philipp von Ditfurth/dpa

„Ich liebe es hier“, sagte Höfler nach dem Bundesliga-Abschluss nun. Schon als 15-Jähriger habe er die Werte des Clubs zügig verinnerlicht und lieben gelernt. Daran habe sich bis heute nichts geändert. An seiner sportlichen Rolle zuletzt schon. Doch jetzt, wo es zählt, ist Höfler wieder mittendrin statt nur dabei.

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