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Leiche in Schrank versteckt - acht Jahre Haft für Ex-Partner

Nach einem Hinweis von Nachbarn findet die Polizei eine Frauenleiche in einer Hamburger Wohnung. Wenig später wird der Ex-Partner festgenommen. Nun haben die Richter geurteilt.

Von dpa

24.04.2026

Der Angeklagte wurde wegen Totschlags verurteilt.Christian Charisius/dpa

Der Angeklagte wurde wegen Totschlags verurteilt.Christian Charisius/dpa

© Christian Charisius/dpa

Er hat seine Ex-Partnerin mit einer Weinflasche erschlagen und ihre Leiche in einem Schrank versteckt: Das Landgericht Hamburg hat einen 37-Jährigen wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt. Der Angeklagte habe die Tat zunächst bestritten und zu vertuschen versucht, nach anwaltlicher Beratung jedoch ein umfassendes Geständnis abgelegt, sagte die Vorsitzende Richterin Birgit Woitas.

Während der Urteilsverkündung zeigte der 37-Jährige keine Regung, saß still auf seinem Stuhl und schaute ins Leere. Die Staatsanwaltschaft hatte auf eine Freiheitsstrafe von elf Jahren und sechs Monaten plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. 

Die Trennung des nicht vorbestraften Angeklagten und seiner früheren Partnerin soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft 2021 erfolgt sein. Den Worten der Vorsitzenden Richterin zufolge sei es vor der Tat nicht zu Gewalt zwischen dem Angeklagten und seiner Ex-Partnerin gekommen. Der gemeinsame elfjährige Sohn lebe nun im Jugendheim. 

Streit um gemeinsamen Sohn

Der Deutsche verübte die Tat am 14. November 2024 in der Wohnung der 34-Jährigen im Stadtteil Altona-Nord. Zeugen der Tat gibt es nicht, dem Gericht lag sein Geständnis und ein rechtsmedizinisches Gutachten vor. Am Morgen brachte die Frau den gemeinsamen Sohn in die Schule und holte auf dem Weg ihren Ex-Partner ab, wie der 37-Jährige unter Ausschluss der Öffentlichkeit berichtet hatte. Während sie im Homeoffice arbeitete, sollte er sich um ihren Hund kümmern. 

Angekommen in ihrer Wohnung soll es dann zu einem Streit zwischen den beiden gekommen sein. Die Frau habe gefordert, dass sie mehr Zeit mit dem gemeinsamen Sohn verbringen wolle, schilderte die Vorsitzende Richterin. Zu diesem Zeitpunkt sei der Vater hauptverantwortlich für das Kind gewesen. Der Vater soll ihr vorgeworfen haben, ohnehin schon überfordert zu sein. Daraufhin habe die Frau sich zu Unrecht als schlechte Mutter bezeichnet gefühlt und beschimpfte den 37-Jährigen, seinem Geständnis zufolge. Sie habe ein Messer aus der Küche geholt, welches sie mit der Spitze nach unten getragen habe.

Täter wusch Leiche noch in Badewanne

Nach einer Rangelei zwischen den beiden griff der Angeklagte den Angaben zufolge nach einer vollen Rotweinflasche und schlug ihr diese so heftig auf den Kopf, dass die Flasche zerbrach. Die Frau ging zu Boden, der Angeklagte soll ihr aber mindestens einen weiteren Schlag versetzt haben. Die 34-Jährige erlitt schwerste Kopfverletzungen, wurde bewusstlos und starb innerhalb kurzer Zeit. Die Schuldfähigkeit des Angeklagten sei zu keinem Zeitpunkt eingeschränkt gewesen, sagte die Vorsitzende Richterin. 

Erschrocken über das, was er gerade getan hatte, und welche Auswirkungen dies für ihn und seinen Sohn haben könnte, fing der 37-Jährige demnach an, die Blutspuren aufzuwischen. Er musste sich den Angaben zufolge dabei aber übergeben und ging zunächst mit dem Hund raus. Zurück in der Wohnung habe der Angeklagte die Leiche seiner Ex-Partnerin in der Badewanne gewaschen und sie dann in einen Schrank gelegt. 

Zwei Wochen später nahmen Nachbarn in dem Mehrfamilienhaus einen üblen Geruch wahr und verständigten die Polizei. Die Beamten fanden die Leiche der Frau in der Erdgeschosswohnung. Knapp zehn Monate nach der Tat, am 10. September 2025, verhaftete die Polizei den ehemaligen Lebensgefährten der Frau.

Der Angeklagte und seine getötete Ex-Partnerin sind Eltern eines gemeinsamen elfjährigen Sohnes.Christian Charisius/dpa

Der Angeklagte und seine getötete Ex-Partnerin sind Eltern eines gemeinsamen elfjährigen Sohnes.Christian Charisius/dpa

© Christian Charisius/dpa

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