Forderungen von AOK und TK an die neue Landesregierung
85 Prozent der 4,2 Millionen Rheinland-Pfälzer sind laut AOK gesetzlich krankenversichert. Mit Blick auf die alternde Gesellschaft sieht sie wie die TK Handlungsbedarf. Was die Krankenkassen wollen.
Mehr ambulante Behandlungen gehören zu den Vorschlägen von AOK und TK für die nächste Regierung. (Symbolbild)Karl-Josef Hildenbrand/dpa
© Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Gesundheitspolitik ist nach einer Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) eines der wichtigsten Themen bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Die Krankenkassen AOK und TK sehen Handlungsbedarf bei Pflege sowie ambulanter und stationärer Versorgung. Sie wenden sich vor dem 22. März in Positionspapieren an die Parteien. Viele Forderungen gehen in die gleiche Richtung. Ein Überblick:
Forderungen der AOK
Demografischer Wandel, Sicherung der Fachkräfte und Finanzierung - das sind nach Einschätzung der AOK die größten Herausforderungen des Gesundheitssystems und der Pflege. Ein Überblick über die 14 Forderungen der größten Krankenkasse in Rheinland-Pfalz.
- Die Umsetzung der Krankenhausreform des Bundes mit dem Ziel, leistungsstarke Kliniken zu etablieren
- Eine Reform der Notfallversorgung: Integrierte Notfallzentren in Krankenhäusern im Zusammenspiel mit Rettungsdienst und neuer digitaler Technik
- Mehr ambulante Behandlungen sowie eine sich an regionalen Bedürfnissen orientierende Versorgung
- Hausärzte als Lotsen einer verlässlichen Steuerung von Patienten innerhalb ambulanter Versorgungsstrukturen. Eine besser koordinierte ambulant-stationäre Versorgung
- Mehr niedrigschwellige ärztliche Leistungen an medizinisches Fachpersonal delegieren, mehr telemedizinische Angebote
- Eine Public-Health-Strategie ausbauen, die sich auf gesundes Aufwachsen und Altern konzentriert
- Pflegeberatung aus einer Hand, koordiniert von Pflegekassen und Kommunen
- Die Weiterentwicklung alternativer Wohn-Pflege-Angebote
Forderungen der TK
Die Krankenhauslandschaft muss neu strukturiert werden, die Notfallversorgung ist unter Druck, Patienten klagen über langes Warten auf einen Facharzttermin und die Eigenbeteiligung an Pflegeheimen ist hoch, stellt die TK fest. Ein Ausschnitt aus ihrem Positionspapier.
- Mehr Qualität durch Spezialisierung und Schwerpunktbildung etwa beim Operieren in dafür besonders geeigneten Kliniken.
- Mehr ambulante Behandlungen
- Eine standardisierte digitale Ersteinschätzung des Behandlungsbedarfs, damit Patienten schneller zur passenden Versorgungsebene kommen
- Automatisierte Terminvergaben, Telemedizin, KI und andere digitale Angebote sollen ausgebaut werden - auch in der Pflege (Smart-Home-Lösungen)
- Ein flächendeckender Ausbau von Integrierten Notfallzentren an Krankenhäusern mit einer Notdienstpraxis und einer zentralen Einschätzungsstelle
- Die Rettungsleitstellen (112) und der ärztliche Bereitschaftsdienst (116117) sollen enger verzahnt werden.
- Eine effizientere Aufstellung der 135 Pflegestützpunkte im Land - mit Hilfe von Videoberatung.