Erstmals wieder mehr neue Lehrer als Abgänge
Nach Jahren des Lehrermangels gibt es zum Start des neuen Schuljahres ein positives Signal. Doch die Personalfrage bleibt eine Herausforderung. Für Schülerinnen und Schüler gibt es einige Neuerungen.
Sachsen-Anhalt startet mit einer positiven Personalbilanz bei den Lehrkräften ins neue Schuljahr. (Symbolbild) Marijan Murat/dpa
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In Sachsen-Anhalt sind in diesem Jahr bislang mehr Lehrkräfte neu gewonnen worden als aus dem Schuldienst ausgeschieden. 1.223 Lehrkräfte seien eingestellt worden, darunter 340 Seiteneinsteiger, teilte das Bildungsministerium vor Beginn des neuen Schuljahres mit. Dem stehen 1.059 Abgänge gegenüber. Im vergangenen Jahr war die Bilanz noch negativ: Damals standen 923 neu gewonnenen Lehrkräften etwas mehr als 1.000 Abgänge gegenüber.
Das Ministerium geht davon aus, dass sich der Lehrkräftemangel bis etwa 2030 entspannen könnte. Dazu dürften auch die sinkenden Schülerzahlen beitragen. Zunächst werde die Entwicklung voraussichtlich an Grundschulen und Gymnasien spürbar. Bis dahin bleibe der Lehrkräftebedarf eine der größten Herausforderungen.
„Ein neues Schuljahr ist immer auch ein Aufbruch – es bringt neue Chancen, neue Ideen und die Möglichkeit, gemeinsam etwas zu bewegen“, sagte Bildungsminister Jan Riedel (CDU). In den vergangenen Monaten seien wichtige Weichen gestellt worden.
Am Montag beginnt das neue Schuljahr für rund 259.000 Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen in öffentlicher und freier Trägerschaft. Rund 17.800 Kinder werden eingeschult. An den öffentlichen Schulen sind derzeit 16.274 Lehrkräfte beschäftigt, darunter 2.739 Seiteneinsteiger.
Bildungsminister Jan Riedel (CDU) stellt die Pläne zum neuen Schuljahr in Sachsen-Anhalt vor. (Archivbild) Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
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Mehr Praxis und zusätzliche Lesezeit
Für viele Schülerinnen und Schüler soll der Unterricht stärker mit der Berufswelt verbunden werden. Zu den bislang 55 Schulen mit sogenannten Praxislerntagen kommen 17 weitere hinzu. Damit nimmt fast die Hälfte aller Sekundar- und Gemeinschaftsschulen sowie eine Reihe von Förderschulen teil.
Ausgebaut wird auch die Leseförderung. Das sogenannte Leseband soll schrittweise an bis zu 140 Grundschulen eingeführt werden. Mehrmals pro Woche sind dabei zusätzliche 15 bis 20 Minuten Lesezeit im Stundenplan vorgesehen.
Beim Umgang mit Smartphones verzichtet das Land auf ein pauschales Verbot. Stattdessen sollen die Schulen selbst Regeln entwickeln.
Riedel sagte mit Blick auf die Neuerungen, nun gehe es darum, den eingeschlagenen Weg gemeinsam weiterzugehen, „damit guter Unterricht gelingt und Schule ein Ort bleibt, an dem Kinder und Jugendliche gerne lernen, wachsen und ihre Zukunft gestalten“.
Rund 17.800 Kinder werden zum neuen Schuljahr in Sachsen-Anhalt eingeschult. (Symbolbild)Hendrik Schmidt/dpa
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