Elbphilharmonie feiert im Jubiläumsjahr sich und die USA
Die Hamburger Elbphilharmonie ist seit mehr als neun Jahren wichtiger Teil der Stadt und der Musikwelt. Das Haus holt Musikstars an die Elbe. In der nächsten Saison steht ein Land besonders im Fokus.
Die Elbphilharmonie feiert im Januar 2027 zehnjähriges Jubiläum. Nun hat der Intendant die kommende Saison vorgestellt. Christian Charisius/dpa
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Für die Hamburger Elbphilharmonie steht mit der kommenden Spielzeit 2026/27 ein großer Geburtstag an: Das Konzerthaus an der Elbe wird im Januar zehn Jahre alt. Für diese besondere Saison versprechen Generalintendant Christoph Lieben-Seutter und sein Team „ein gigantisches Programm, das wirklich weltweit seinesgleichen sucht“, wie der „Elphi“-Chef auf der Pressekonferenz zur Vorstellung der kommenden Spielzeit sagte.
Im Fokus steht neben dem eigenen Geburtstag das 250-jährige Jubiläum der Vereinigten Staaten von Amerika. „Das ist ein Anlass, verschiedenste Scheinwerfer auf das Kulturleben und speziell die Musik der US zu werfen.“
Kultur der USA im Fokus der zehnten Spielzeit
Die Elbphilharmonie hat deshalb nach eigenen Angaben nicht nur eine dichte Abfolge von amerikanischen Weltklasse-Orchestern (7 Orchester in 13 Konzerten) im Programm. Geplant sind auch Konzerte mit Fokus auf den amerikanischen Jazz - zum Beispiel mit Blick auf den 100. Geburtstag von Jazztrompeter Miles Davis - sowie auf die Rootsmusik des Landes. So werde Folk-Sängerin und Banjo-Musikerin Rhiannon Giddens ein fünftägiges Reflektor-Festival rund um das Instrument kuratieren.
Auf mögliche Kritik zum USA-Schwerpunkt sagte Lieben-Seutter: „Ja, es gibt einige Dinge, die uns beunruhigen.“ Gleichzeitig aber habe die USA nach wie vor eine der wichtigsten Kulturszenen der Welt. Die wolle die Elbphilharmonie abbilden. „Und zwar nicht nur die klassische Seite dieser Kultur.“
Prometheus und John Adams
Der Generalintendant hat mit seinem Team mehrere Stücke ins Programm gehoben, die sich um den rebellischen Prometheus drehen, sechs verschiedene Prometheus-Produktionen sind geplant. Eine davon - „Nono: Prometeo“ des SWR Symphonieorchesters - habe schon lange auf der Bucketlist des Teams gestanden, sagte Lieben-Seutter. „Das ist sehr schwer und aufwändig in der Aufführung. Aber das leisten wir uns zum Geburtstag. Es ist eines der wesentlichen Werke der Musik des späten 20. Jahrhunderts.“ Das Stück ist für im Raum verteilte Solisten, Chor und vier Orchestergruppen und Live-Elektronik konzipiert.
Das NDR-Elbphilharmonie Orchester, das seit Anbeginn das Residenzorchester der „Elphi“ ist, hat Meisterwerke von Mozart, Beethoven, Brahms, Bruckner und Mahler geplant. Zudem gibt es zahlreiche Abende mit zeitgenössischen Kompositionen von John Adams sowie von Missy Mazzoli, von der Chefdirigent Alan Gilbert schwärmt. Sie sei eine unglaubliche Künstlerin, die auch politisch engagiert sei, sagte er. „Es ist aufregend, dass sie hier ist.“
Geburtstagsparty mit alten Bekannten
Noch steht das Programm für die kommende Saison nicht vollends fest. „Das ist der erste Aufschlag“, sagt Lieben-Seutter. „Die großen Konzerte gehen jetzt in den Verkauf. Aber es kommen noch weitere Dinge dazu. Dazu informieren wir im Herbst.“
Auf den Geburtstag im Januar warf der „Elphi“-Chef dennoch einen kurzen Blick: So soll unter anderem die Harmonielehre von John Adams erneut aufgeführt werden. Zudem habe die „Elphi“ die Techno-Marching-Band Meute wieder eingeladen. „Damals waren sie noch aufstrebend, heute sind sie Superstars“, sagte Lieben-Seutter dazu.
Generalintendant und Chefdirigent - in Hamburg wurde jetzt das Programm in der Elbphilharmonie für die kommende Saison vorgestellt. Christian Charisius/dpa
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