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Eine mobile Kleinstadt für den Katastrophenfall

Feldbetten, Notstrom und mobile Küchen für bis zu 5.000 Menschen: In Luckenwalde bündelt das Rote Kreuz Hilfsgüter für Katastrophen und Krisen. Was soll das Bevölkerungsschutzzentrum leisten?

Von Sebastian Jablonski und Monika Wendel, dpa

28.10.2026

In Luckenwalde lagert Ausrüstung für schwere Naturkatastrophen und Kriege.Jens Kalaene/dpa

In Luckenwalde lagert Ausrüstung für schwere Naturkatastrophen und Kriege.Jens Kalaene/dpa

© Jens Kalaene/dpa

Eine Kleinstadt für den Katastrophenfall, verpackt in Einzelteilen: Mobile Küchen, Sanitärcontainer mit Rollstuhlrampen und Stromgeneratoren gehören zu der Ausrüstung, mit der im Ernstfall bis zu 5.000 Menschen vorübergehend untergebracht und versorgt werden sollen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) lagert das Material in seinem neuen Bevölkerungsschutzzentrum im brandenburgischen Luckenwalde.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) will das Logistikzentrum rund 50 Kilometer südlich von Berlin an diesem Donnerstag eröffnen. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was ist neu an dem Zentrum?

Auf dem rund 3,4 Hektar großen Gelände bündelt das DRK bisher verteilte Hilfsgüter. Das bisherige Zentrallager am Flughafen BER in Schönefeld sei zu klein geworden, erklärte Clemens Pott, Teamleiter Logistik und Einsatzunterstützung beim DRK. Deshalb lagerte die Hilfsorganisation zusätzlich Material an anderen Orten.

In Luckenwalde gibt es auf dem fünf Fußballfelder großen Areal neben den Lagerhallen auch Möglichkeiten zur Wartung von Einsatztechnik und zur Ausbildung von Helfern.

Welche Hilfsgüter werden dort gelagert?

Unter anderem Zelte und Notunterkunftsausrüstung für rund 1.000 Familien. Hinzu kommen Decken, Schlafsäcke, Feldbetten, Hygiene- und Babypakete sowie Küchenausstattung. Auch geländegängige Krankenwagen, große Stromgeneratoren und Anlagen zur Sauerstoffversorgung gehören zu den Beständen.

Die Ausrüstung für 1.000 Familien fülle ungefähr zwei Frachtflugzeuge, sagte Pott. Ein komplettes mobiles Krankenhaus könne das DRK innerhalb von 72 Stunden für den Abflug bereitstellen. Lebensmittel würden dagegen erst bei Bedarf beschafft.

Wie funktioniert die mobile Kleinstadt für 5.000 Menschen?

Das vom Bund finanzierte „Mobile Betreuungsmodul 5.000“ besteht aus Zelten, Containern und technischer Ausrüstung. Es soll Menschen bei großen Krisen vorübergehend Unterkunft, Verpflegung, medizinische Versorgung sowie Strom und Wasser bieten. Dazu gehören auch barrierefreie Sanitärcontainer. Die Module können auf einer freien Fläche aufgebaut oder an bereits bestehende Unterkünfte angeschlossen werden.

Für den Transport der gesamten Ausrüstung veranschlagt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rund 250 Lastwagenfahrten.

Für welche Katastrophen ist der Hub vorgesehen?

Die Hilfsgüter können etwa bei Hochwasser, großen Evakuierungen oder internationalen Krisen eingesetzt werden. Als Beispiele nannten die Verantwortlichen das Erdbeben in der Türkei und den Krieg in der Ukraine. Eine besondere Rolle spielt der Zivilschutz im Kriegsfall. Die zentralen Bestände sollen örtliche Einsatzkräfte bei größeren Katastrophen unterstützen.

Einzelne Bestandteile der Ausrüstung seien bereits nach der Flutkatastrophe im Ahrtal und bei der Unterbringung Geflüchteter in Berlin-Tegel eingesetzt worden, berichtete Pott.

Warum wurde Luckenwalde ausgewählt und was kostet das Zentrum?

Entscheidend waren laut Pott die gute Verkehrsanbindung und die vergleichsweise günstigen Grundstückskosten. Über die Bundesstraße 101 und Autobahnen ist der Standort gut erreichbar. Auch der Flughafen Leipzig/Halle, ein wichtiger Umschlagplatz für internationale Hilfsflüge, liegt relativ nah.

Die Projektkosten bezifferte Pott auf rund 40 Millionen Euro. Das DRK finanziere den Standort aus eigenen Mitteln. Das „Mobile Betreuungsmodul 5.000“ wird dagegen vom Bund bezahlt.

Ist das Zentrum schon vollständig in Betrieb?

Noch nicht. Nach Angaben Potts waren Anfang der Woche bereits mehr als 90 Prozent des Materials nach Luckenwalde verlagert. Der Luftfrachtbereich soll im November in Betrieb gehen. Bis zum Jahreswechsel soll der Umzug abgeschlossen sein.

Vorgesehen sind knapp 20 hauptamtliche Beschäftigte. Künftig sollen außerdem rund 40 ehrenamtliche Helfer das Zentrum unterstützen.

In Luckenwalde soll die Ausrüstung zentral gelagert werden.Jens Kalaene/dpa

In Luckenwalde soll die Ausrüstung zentral gelagert werden.Jens Kalaene/dpa

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