Edelstahlhersteller zieht Pläne für Anlage in Mukran zurück
Es ging um Millioneninvestitionen, Edelstahlproduktion mit geringerem CO2-Fußabdruck und Einspeisung ins Wärmenetz. Aber eine finnische Firma hat Planungen für Mukran auf Rügen eingestellt.
Der finnische Edelhersteller Outokumpu hat seine Pläne für eine Anlage in Mukran zurückgezogen. (Archivbild)Stefan Sauer/dpa
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Der finnische Edelstahlproduzent Outokumpu will sich doch nicht in Mukran auf Rügen ansiedeln. Eigentlich plante die Firma, dort wo einst die Röhren der deutsch-russischen Gaspipeline Nord Stream 2 mit Beton ummantelt wurden, Biokohlenstoff für klimafreundlichere Edelstahlproduktion herzustellen. Laut Unternehmen hat sich aber gezeigt, dass die Region nicht im ausreichenden Umfang die dabei einstehende Abwärme abnehmen könne. Dies sei der Hauptgrund für das Aus der Pläne, sagte eine Unternehmenssprecherin. Der Betrieb wäre so nicht wirtschaftlich. Zuvor hatte der NDR darüber berichtet.
Mit dem Verkauf der Abwärme sollte der Einkauf von Abfallholz finanziert werden. Früheren Angaben zufolge sollte daraus mittels Pyrolyse, also unter anderem mit hohen Temperaturen, Biokohlenstoff hergestellt werden. Diese Art schwarzer Sand sollte demnach über den Hafen in Mukran per Schiff nach Finnland gebracht und dort zu Biokoks in Pelletform weiterverarbeitet werden. Dieser Biokoks sollte wiederum bei der Edelstahl-Produktion eingesetzt werden und etwa konventionelle Kohle ersetzen.
Mietvertrag aufgehoben
„Aufgrund der wirtschaftlichen Betrachtung haben wir entschieden, die ursprüngliche Planung aufzugeben“, erklärte die Sprecherin. „Der Mietvertrag mit der Fährhafen Sassnitz GmbH wurde im gegenseitigen Einvernehmen aufgehoben.“
Eigentlich wollte die Firma das ehemalige Betonummantelungswerk in Mukran beziehen. Ende 2024 war noch von Investitionen in Höhe von 40 Millionen Euro und zunächst 25 Arbeitsplätzen die Rede. Demnach sollte die ursprünglich geplante Anlage im ersten Halbjahr 2026 in Betrieb gehen.
Outokumpu hat seinen Hauptsitz in Helsinki und ist nach eigenen Angaben führender Anbieter von Edelstahl mit vergleichsweise geringem CO2-Fußabdruck. In Deutschland unterhält die Firma Werke in Krefeld (Nordrhein-Westfalen) und Dillenburg (Hessen) sowie einen Standort zur Oberflächenbearbeitung in Sachsenheim (Baden-Württemberg).