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Drogenfahnder zu Cannabisgesetz: Kann so nicht funktionieren

Die Teil-Legalisierung von Cannabis gilt seit mehr als zwei Jahren. Am Montag soll der 100. Cannabis-Anbauverein in Niedersachsen genehmigt werden. Ein Fahnder kritisiert den Umgang mit dem Gesetz.

Von dpa

16.08.2026

Bis zu drei Pflanzen Cannabis dürfen in Privatwohnungen angebaut werden. (Symbolfoto) Hauke-Christian Dittrich/dpa

Bis zu drei Pflanzen Cannabis dürfen in Privatwohnungen angebaut werden. (Symbolfoto) Hauke-Christian Dittrich/dpa

© Hauke-Christian Dittrich/dpa

Der Leiter der Drogenfahndung in Hannover sieht in dem Gesetz zur Teil-Legalisierung von Cannabis erhebliche Defizite. „Ein Staatsanwalt sagte mir mal, es sei das schlechteste Gesetz, das er je gesehen habe“, sagte Ingo Hörmann, Leiter der Zentralen Ermittlungsgruppe Betäubungsmittel bei der Polizeiinspektion Hannover, dem „Spiegel“. Er sei kein grundsätzlicher Gegner einer Legalisierung. „Aber so, wie es umgesetzt wurde, kann es meiner Ansicht nach nicht funktionieren“, so Hörmann.

„Der Handel ist ja immer noch illegal“

Im April 2024 wurde Cannabis in Deutschland teilweise legalisiert. Erlaubt ist der Anbau von bis zu drei Pflanzen in Privatwohnungen. Zu Hause dürfen Erwachsene bis zu 50 Gramm Cannabis haben, unterwegs sind 25 Gramm erlaubt. Zulässig sind auch nicht-kommerzielle Anbauvereinigungen mit bis zu 500 Mitgliedern. In Niedersachsen soll am Montag der 100. Cannabis-Anbauverein seine Genehmigung erhalten. 

Man registriere einen Rückgang der Delikte um bis zu 40 Prozent, sagte Hörmann. Es gebe etwa weniger Ermittlungsverfahren. „Deswegen haben wir aber nicht weniger zu tun, im Gegenteil: Der Handel ist ja immer noch illegal“, betonte der 54-Jährige. Durch das Gesetz sei es deutlich schwieriger geworden, den Dealern das Handeln nachzuweisen. 

Dealer müssen weniger strafrechtliche Konsequenzen befürchten

Früher sei man über Kontrollen von Konsumenten auch an größere Dealer herangekommen, sagte Hörmann. Heute sei die Arbeit in diesem Zusammenhang deutlich komplizierter geworden. Dealer hätten weniger strafrechtliche Konsequenzen zu befürchten.

„Einige Leute haben wir allein dieses Jahr schon zehnmal beim Dealen erwischt und festgenommen. Und am nächsten Tag stehen sie wieder auf der Straße, als wäre nichts geschehen“, sagte Hörmann.