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Drogen per Flyer und QR-Code – Suchtbeauftragte sehr besorgt

Mit einem Klick zur Droge: Neuartige Werbemethoden für Lieferdienste von Rauschgift können die Hemmschwelle senken, befürchtet eine Expertin.

Von dpa

29.03.2026

Die Berliner Landessuchtbeauftragte zeigt sich sehr besorgt über Werbung per Sticker und Flyer für Drogenlieferdienste. (Symbolbild)David Hammersen/dpa

Die Berliner Landessuchtbeauftragte zeigt sich sehr besorgt über Werbung per Sticker und Flyer für Drogenlieferdienste. (Symbolbild)David Hammersen/dpa

© David Hammersen/dpa

Die in Berliner Stadtteilen kursierende Werbung für den Drogenverkauf mit Flyern und QR-Codes auf Aufklebern ist nach Einschätzung der Landessuchtbeauftragten „äußerst besorgniserregend“. Aus suchtpräventiver Sicht sei das ein großes Problem, betonte Heide Mutter, die alle Angelegenheiten zum Thema Drogen und Sucht in Berlin koordiniert. „Wenn illegale Drogen wie ein Lieferdienst beworben werden und der Zugang nur noch einen Klick entfernt ist, sinkt die Hemmschwelle erheblich.“

Flyer in Briefkästen oder Sticker im öffentlichen Raum, „mit denen Drogenlieferungen per WhatsApp oder QR-Code beworben werden“, seien gerade für Kinder und Jugendliche höchst problematisch, erklärte Mutter. „Sie begegnen solchen Botschaften im Alltag und können mit wenigen Handgriffen Kontakt zu Dealern aufnehmen.“ Diese niedrige Schwelle trage zu einer Normalisierung des Konsums bei, verharmlose die Risiken und könne den Einstieg erleichtern.

Suchtbeauftragte fordert mehr Prävention

Die Sucht- und Drogenbeauftragte betonte, man müsse die Entwicklungen sehr ernst nehmen. Nötig sei es, konsequent mit der Polizei gegen diese Werbung vorzugehen und gleichzeitig die Suchtprävention für junge Menschen weiter zu stärken.

Zuletzt folgten in Berlin nach Visitenkarten und Aufklebern mit QR-Codes Drogen-Flyer, die in private Briefkästen geworfen wurden. Mit ihnen wird für Drogen-Lieferdienste geworben, die über eine Telefonnummer im WhatsApp-Messenger bestellt werden können. Aufgelistet werden etwa Kokain, Cannabis und verschiedene Aufputschmittel.

Auch in anderen Großstädten wie Hamburg gibt es diese Werbung. Die Polizei kennt die Methoden und geht nach eigenen Angaben dagegen vor, sie einzudämmen ist aber nicht einfach.

Drogen werden in Berlin mit Lieferdiensten zugestellt, die Dealer werben mit Flyern, die in private Briefkästen geworfen werden.Arne Dedert/dpa

Drogen werden in Berlin mit Lieferdiensten zugestellt, die Dealer werben mit Flyern, die in private Briefkästen geworfen werden.Arne Dedert/dpa

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