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Der Brandenburger Dauerläufer: Dietmar Woidke wird 65

Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke regiert seit 2013. Seit diesem Jahr führt er eine rot-schwarze Koalition. Wie sieht seine politische Zukunft aus?

Von Oliver von Riegen, dpa

18.10.2026

Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke lässt bisher offen, ob er zur Landtagswahl 2029 noch einmal antritt. (Archivbild)Frank Hammerschmidt/dpa

Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke lässt bisher offen, ob er zur Landtagswahl 2029 noch einmal antritt. (Archivbild)Frank Hammerschmidt/dpa

© Frank Hammerschmidt/dpa

Dietmar Woidke ist bereits Deutschlands dienstältester Ministerpräsident. Nicht ausgeschlossen, dass der Brandenburger Regierungschef bei der Landtagswahl 2029 abermals als Spitzenkandidat der SPD ins Rennen geht. Am Donnerstag (22. Oktober) wird Woidke 65 Jahre alt. Derzeit scheint es, als laufe er sich gerade warm.

In der jüngsten Insa-Umfrage für „Märkische Allgemeine“, „Märkische Oderzeitung“ und „Lausitzer Rundschau“ kam die AfD auf den Rekordwert von 40 Prozent, die SPD auf 20 Prozent. Woidke zeigt sich gelassen: „Die Umfragen sind Umfragen, uns interessieren die Wahlen“, sagte er am Dienstag (13. Oktober) bei einer Kabinettssitzung.

Nochmal Spitzenkandidat oder Rückzug?

Der Lausitzer ist seit 2013 im Amt und übernahm den Staffelstab von Matthias Platzeck. Der SPD-Mann regierte zunächst mit der Linken, dann mit Grünen und CDU, danach mit dem BSW. Nach dem Bruch der bundesweit einzigen SPD/BSW-Koalition ging Woidke mit der CDU ein Bündnis ein.

Der Regierungschef macht es spannend, ob er 2029 Spitzenkandidat wird oder vorher geht. „Ich weiß um meine Verantwortung für dieses Land. Und dieser Verantwortung werde ich auch gerecht werden“, sagte Woidke im September dem „Tagesspiegel“. „Entweder ich werde wieder antreten oder es wird den rechtzeitigen Übergang geben. Ich bin nicht als Egoist bekannt.“

Forscher: Beides könnte funktionieren

Eine relative Mehrheit von 37 Prozent fände eine erneute Kandidatur eher gut, 23 Prozent hielten sie für eher schlecht, ergab die jüngste Umfrage von Insa. Ein Rückzug mit Nachfolge könnte aus Sicht von Politikforscher Jan Philipp Thomeczek ebenso funktionieren wie die erneute Spitzenkandidatur. „Woidke ist beliebt, auch wenn seine Werte nachgelassen haben. Aber irgendwann muss die Brandenburger SPD sich dieser Frage natürlich stellen“, sagt der Wissenschaftler von der Universität Potsdam.

Seit diesem Jahr führt Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) eine Koalition mit der CDU. (Archivbild)Jens Kalaene/dpa

Seit diesem Jahr führt Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) eine Koalition mit der CDU. (Archivbild)Jens Kalaene/dpa

© Jens Kalaene/dpa

Als seine Kronprinzen gelten Sozialminister René Wilke und Finanzminister Daniel Keller, als Kronprinzessin Wissenschaftsministerin Manja Schüle. Laut Umfrage trauen 13 Prozent Wilke die Nachfolge zu, 5 Prozent Schüle und 3 Prozent Keller.

So lief es in Sachsen-Anhalt 

Wer auch immer die Nachfolge antrete, „wird es zunächst schwer haben, da die Person weniger bekannt sein wird – das kann sich aber ändern“, sagt Thomeczek. „In Sachsen-Anhalt haben wir gesehen, dass es ein Problem war, den Staffelstab erst relativ kurz vor der Wahl zu übergeben.“

Im Nachbarland trat der damalige CDU-Regierungschef Reiner Haseloff erst gut sieben Monate vor der Landtagswahl zurück, um Nachfolger Sven Schulze den Weg zu ebnen. Bei der Wahl fuhr die AfD ihren bisher größten Erfolg ein, die CDU brach ein.

AfD wirbt mit „radikal anderer Politik“

Die AfD frohlockt. „Wie im Bund lässt sich die Abwärtsentwicklung in Brandenburg nur mit einer radikal anderen Politik stoppen“, meint AfD-Landeschef René Springer. „Die ist weder Woidke noch irgendjemandem sonst in SPD oder CDU zuzutrauen.“

Bei der Landtagswahl 2024 setzte Woidke alles auf eine Karte. „Wenn ich gegen die AfD verliere, bin ich weg“, war sein Credo. Damals gewann seine SPD mit über 30 Prozent. Der Gegenwind ist inzwischen noch rauer geworden, die AfD fuhr drei Erfolge bei Landtagswahlen in diesem Herbst ein.

Woidke und die Kneipe

Der verheiratete Vater einer Tochter lässt bisher keine Tendenz für seine politische Zukunft erkennen. Als größter Coup des Diplom-Agraringenieurs gilt die Ansiedlung des Elektroautobauers Tesla in Grünheide, als schwerste politische Entscheidung nennt er die Absage der Kreisgebietsreform 2017.

Woidke brachte kürzlich eine neue Perspektive für sich ins Spiel: Beim Bürgerdialog in Cottbus fragte ein Besucher, was die Landesregierung für ein lebhafteres Nachtleben in der Stadt tun könne. Darauf sagte er zu SPD-Oberbürgermeister Tobias Schick: „Wollen wir zusammen ‚ne Kneipe aufmachen?“

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