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Bezirksamt stoppt Abriss des SEZ wegen Artenschutz

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg bremst ein Großprojekt für Wohnungen und eine Schule vorerst aus. Eigentlich sollten dort ab Jahresende 600 neue Wohnungen entstehen.

Von dpa

26.02.2026

Soll einem Wohnquartier samt Schule weichen: Das SEZ.Jens Kalaene/dpa

Soll einem Wohnquartier samt Schule weichen: Das SEZ.Jens Kalaene/dpa

© Jens Kalaene/dpa

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hat den geplanten Abriss des ehemaligen Sport- und Erholungszentrums (SEZ) gestoppt. Grund seien artenschutzrechtliche Bedenken, teilte die Behörde mit. 

Auf dem Gelände neben dem Volkspark Friedrichshain sollen ab Jahresende eigentlich mehr als 600 neue Wohnungen gebaut werden. Beantragt hatten den Stopp der Abrissarbeiten, die im März beginnen sollten, die Verbände NaturFreunde Berlin und Gemeingut in BürgerInnenhand.

Bausenator Christian Gaebler (SPD) äußerte sich im Abgeordnetenhaus kritisch über die Entscheidung. Es gehe darum, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, zudem seien eine Sporthalle und eine Schule geplant. Er sei nicht der Meinung, dass man mit dem wichtigen Projekt noch jahrelang warten könne.

Uwe Hiksch von den NaturFreunden erklärte dagegen, auch beim Umwelt- und Artenschutz müssten sich die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft WBM und das Land Berlin an die Gesetze halten. „Der Abriss würde dazu führen, dass streng und besonders geschützte Arten einem signifikant erhöhten Tötungsrisiko ausgesetzt sind, dass diese Arten in der ab März beginnenden Balz-, Brut- und Aufzuchtzeit gestört werden, dass geschützte Lebensstätten beschädigt oder zerstört werden.“

Wellenbad, Eis- und Bowlingbahn zogen Millionen an 

Das Sport- und Erholungszentrum war 1981 eröffnet worden. Ein Wellenbad, eine Eisbahn, eine Bowlingbahn und Sporthallen zogen zu DDR-Zeiten Millionen Besucher an. Das Grundstück und das Freizeitbad wurden 2003 vom Land Berlin an einen Investor verkauft. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit wurde das SEZ 2024 zwangsgeräumt.

In den vergangenen Wochen war das SEZ-Areal mehrfach in die Schlagzeilen geraten. Ende November hatten dort Baggerarbeiten begonnen, die vom Bezirk gestoppt wurden. Die WBM argumentierte, es habe sich nur um Vorbereitungen des späteren Abrisses gehandelt. Anfang Dezember forderten mehr als 150 Wissenschaftler in einem offenen Brief den Erhalt des SEZ – wie zuvor schon eine Bürgerinitiative.

Soll einem Wohnquartier samt Schule weichen: Das SEZ.Jens Kalaene/dpa

Soll einem Wohnquartier samt Schule weichen: Das SEZ.Jens Kalaene/dpa

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