Bayern baut Asylunterkünfte zurück
Die Flüchtlingswelle aus Syrien ist nach dem Sturz des Assad-Regimes Ende 2024 deutlich abgeebbt. Viele Unterkünfte werden nicht mehr gebraucht.
Im Freistaat Bayern können nach dem Abebben der Flüchtlingswelle Tausende Plätze für die Unterbringung von Asylbewerbern abgebaut werden. Sven Hoppe/dpa
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Der Freistaat Bayern hat nach dem Abebben des starken Flüchtlingszuzugs aus Ländern wie Syrien fast 20.000 Unterkunftsplätze abgebaut. Das gab Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in München bekannt. Das gelte für alle sieben Regierungsbezirke. Im Vergleich zum Sommer 2025 seien in Oberbayern rund 4.250 Plätze reduziert worden, in Niederbayern rund 1.240, in der Oberpfalz rund 2.580, in Oberfranken rund 2.820, in Mittelfranken rund 3.280, in Unterfranken rund 2.560 und in Schwaben etwa 3.070 Plätze.
Bis Ende 2027 sollen nochmals mehr als 22.000 Asylplätze in ganz Bayern wegfallen, kündigte Herrmann an. „Die Entlastung kommt breit an und zeigt, dass die richtige Migrationspolitik etwas verändern kann“, sagte Herrmann.
Syrien als Gamechanger
Allerdings sehen Migrationsexperten den Hauptgrund für den Rückgang der Asylbewerberzahlen nicht in nationalen politischen Entscheidungen in Deutschland, sondern vielmehr in der Situation in Syrien, die sich durch den Sturz des Regimes des früheren Machthabers Baschar al-Assad grundlegend verändert hat. Nach dem Regimewechsel hat sich die Zahl syrischer Erstanträge deutschlandweit fast um den Faktor zehn reduziert.
Inzwischen kommen der Statistik des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge zufolge viermal so viele Menschen aus Afghanistan mit einem Asylgesuch nach Deutschland wie aus Syrien. Syrer, die bereits in Deutschland sind, wird häufiger der Schutzstatus aberkannt. Syrien war über Jahre das Haupt-Herkunftsland von Asylbewerbern in Deutschland, inzwischen liegt es mit deutlichem Abstand nur noch auf Platz 2.
Nur noch ein Drittel der Asylanträge
Insgesamt stellten im ersten Halbjahr 2026 in Deutschland rund 40.000 Menschen einen Antrag auf Asyl. Im Jahr 2024, vor dem Sturz des Assad-Regimes Ende 2024, waren es dreimal so viele und allein mehr als 37.000 kamen aus Syrien.
Der Bayerische Flüchtlingsrat kritisierte die „vorschnelle“ Schließung von Unterkünften. „Mit dieser Politik legt das Bayerische Innenministerium den Grundstein für die nächste Unterbringungskrise. Sobald wieder mehr Geflüchtete ankommen, beklagt man wieder einen Unterbringungsnotstand“, sagte Stephan Dünnwald, Sprecher des Flüchtlingsrats. Außerdem vermisse er Pläne, wie Geflüchtete schneller aus Gemeinschaftsunterkünften in privaten Wohnraum umziehen könnten.