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Bauer zapft illegal Wasser - und gerät in doppelten Verdacht

Ein Fehler wird erst durch Folgefehler zum größeren Problem - eine Weisheit des Alt-Ministerpräsidenten Horst Seehofer. Der Fall eines niederbayerischen Bauern zeigt, dass an dem Satz etwas dran ist.

Von dpa

18.05.2026

Hydranten finden sich auch im ländlichen Raum, hier ein Exemplar im Allgäu. In Niederbayern hat sich ein Landwirt mit dem Anzapfen eines Hydranten ein Strafverfahren nicht nur wegen Diebstahls eingehandelt. (Symbolbild) Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Hydranten finden sich auch im ländlichen Raum, hier ein Exemplar im Allgäu. In Niederbayern hat sich ein Landwirt mit dem Anzapfen eines Hydranten ein Strafverfahren nicht nur wegen Diebstahls eingehandelt. (Symbolbild) Karl-Josef Hildenbrand/dpa

© Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Ein niederbayerischer Bauer ist nach dem Diebstahl von 51.000 Liter Wasser in doppelten Verdacht geraten: Der Mann soll am vergangenen Wochenende in Gangkofen (Kreis Rottal-Inn) versucht haben, den Diebstahl durch Bestechung zu vertuschen. Wie die Polizeiinspektion Eggenfelden mitteilte, hatte der Mann einen Hydranten angezapft und das gestohlene Wasser in Güllefässer und Tanks abgefüllt. 

Wasserleitungen und Hydranten werden üblicherweise automatisiert überwacht - bei Lecks versenden die Systeme Alarmmeldungen. Zwei Gemeindemitarbeiter machten sich auf die Suche nach dem vermeintlichen Rohrbruch und stießen auf den Landwirt. Laut Polizei soll der Mann den beiden daraufhin einen niedrigen dreistelligen Eurobetrag angeboten haben, damit sie den Vorfall nicht meldeten. 

Damit verschlimmerte der Landwirt seine Lage: Nun hat der Mann ein Ermittlungsverfahren nicht nur wegen Diebstahls, sondern auch wegen versuchter Bestechung am Hals. Den Schaden für die Gemeinde bezifferte die Polizei auf 600 Euro. Das Wasser ist jedoch nicht verschwendet: Laut Polizeiinspektion hat die Gemeinde die 51.000 Liter nicht auskippen lassen, sondern in Fässern und Tanks belassen - und dem Landwirt in Rechnung gestellt.