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Sachsen ächzt unter der Hitze - Erste Absagen und Verbote

Die Hitzewelle sorgt in Sachsen für abgesagte Veranstaltungen und Verbote. Städte und Autobahnmeistereien reagieren auf die extremen Temperaturen. Eine Hotline hilft und Kirchen bieten Abkühlung.

Von dpa

25.06.2026

Die Stadt Dresden verhängt wegen der Trockenheit ein Wasserentnahmeverbot.Robert Michael/dpa

Die Stadt Dresden verhängt wegen der Trockenheit ein Wasserentnahmeverbot.Robert Michael/dpa

© Robert Michael/dpa

Die extreme Hitze hat Sachsen seit Tagen fest im Griff - erste Städte und Veranstalter größerer Ereignisse reagieren. Die Landeshauptstadt Dresden verhängte ein Wasserentnahmeverbot. Bis Ende Oktober dürfen Eigentümer und Anlieger nach derzeitigem Stand deshalb kein Wasser aus den „oberirdischen Gewässern“ der Stadt entnehmen, wie die Stadt mitteilte.

Die „extrem niedrigen Wasserstände werden nach den derzeitigen Wetterprognosen auch in den kommenden Wochen nicht durch Niederschläge ausgeglichen werden können“, heißt es weiter. „Um den Naturhaushalt zu schützen“, sei die Entscheidung deshalb getroffen worden, sagte René Herold, Umweltamtsleiter der Stadt. Bei Missachtung des Verbots droht ein Bußgeld in Höhe von mindestens 50 Euro

Trinkwasserversorgung trotz hohem erwarteten Verbrauch sicher

Sorgen ums Trinkwasser sind nach Angaben des Versorgers Sachsen Energie allerdings unbegründet. Trotz erwarteter hoher Verbrauchsmengen von bis zu 160.000 Kubikmetern am Tag sei die Versorgung gesichert. Das liege an den „vielfältigen Wasserquellen“, aus denen sich die Trinkwasserversorgung speise. Rund 60 Prozent davon kommen laut Sachsen Energie „aus dem Talsperrensystem Klingenberg/Lehnmühle im Osterzgebirge“, weitere 40 Prozent stammen aus Uferfiltrat der Elbe und Grundwasser.

40 Grad und mehr im Tiefland

Der deutsche Wetterdienst rechnet am Samstag und Sonntag verbreitet mit Höchstwerten von 40 Grad und womöglich sogar darüber hinaus. Insbesondere die dicht bebauten Städte heizten sich demnach stark auf. Belastend sei die Hitzewelle auch, weil es nachts nicht mehr richtig abkühle, sagte der Meteorologe Stefan Rubach. Die Nächte am Wochenende werden mit bis zu 24 Grad vielerorts tropisch. In dicht bebauten Orten könnte es laut DWD sein, dass das Thermometer zu Mitternacht noch 29 Grad anzeigt. Selbst der 1.015 Meter hohe Fichtelberg in Sachsen könnte die 30-Grad-Marke knacken und auf einen Temperaturrekord zusteuern.

Veranstalter reagieren auf Hitze 

Angesichts der extremen Hitze hat die Stadt Freiberg die für Sonntag geplante traditionelle Bergparade abgesagt. Auch das Abschlussfeuerwerk am Sonntag kann wegen der vorausgesagten Waldbrandstufe 4 nicht stattfinden. Die Stadt hatte für das große Festwochenende besondere Maßnahmen in einem Hitzeschutzplan aufgestellt. 

Sprühnebel, mehr Sonnenschirme und Wasserstellen eingerichtet

Demnach ist für die rund 100.000 erwarteten Besucher die Zahl an Sonnenschirmen verdreifacht und 15 Erfrischungspunkte zum Abkühlen bereitgestellt worden, wie die Stadt mitteilte. Dabei handelt es sich den Angaben zufolge aber nicht um Trinkwasser. Damit sollen Hände und Arme benetzt oder Handtücher sowie Shirts angefeuchtet werden. Zudem soll es zehn Sprühnebel-Stellen geben. Die Jubiläums-Welterbe-Entdecker-Parade an diesem Freitag wurde zum Schutz der Kinder abgesagt, manche Programmpunkte beginnen erst später am Abend, wenn die Sonneneinstrahlung nicht mehr ganz so stark ist.

Programmpunkte werden abgesagt oder umgeplant

Die Abschlussveranstaltung der jüdischen Woche in Leipzig wird in das klimatisierte Museum der bildenden Künste Leipzig verlegt. Die für Samstag geplante Veranstaltung im Rahmen der „Musik an der Gedenkstätte“ entfällt, wie die Stadt mitteilte. Aus der zunächst als Fahrradtour geplanten „Tour der Toleranz“ wird eine kurze, schattige Wanderung mit ausreichend Pausen.

Das Theater Plauen-Zwickau erlaubt den Besucherinnen und Besuchern der Vorstellungen von „Der Graf von Monte Christo“ mehr Wasser als die üblichen 0,5 Liter mitzunehmen. Zudem sorgen auf dem Gelände Sprühnebel und Rasensprenger für Erfrischung. Auch beim Elbhangfest in Dresden sind bereits zwei Veranstaltungen am Samstag und Sonntagnachmittag abgesagt.

Krankenkasse richtet medizinische Hotline ein

Fragen zum richtigen Umgang mit der derzeitigen Hitze beantwortet ab sofort eine medizinische Hotline der Krankenkasse Barmer. Der Teledoktor gebe Hinweise zum richtigen Verhalten bei Hitze und beantwortet individuelle Fragen zu Themen wie Sonnenschutz, Trinkmenge, Medikamenteneinnahme und Sonnenbrand, wie die Barmer mitteilte. Die kostenlose Hotline ist täglich von 6 bis 24 Uhr unter der Rufnummer 089 480 595 84 zu erreichen.

Abkühlung in Kirchen möglich

In der anhaltenden Hitzewelle bieten Kirchen in Sachsen als kühle Zufluchtsorte Abhilfe. Insbesondere in den Innenstädten stehen viele Gotteshäuser tagsüber Besuchern offen, wie die evangelische Landeskirche mitteilte. Durch ihre dicken Mauern und hohen Räume bleiben sie demnach auch in Zeiten großer Hitze angenehm kühl. Die Gemeinden seien gebeten, Kirchen nach Möglichkeit zu öffnen und auf die Angebote öffentlich hinzuweisen. Das gilt auch für die katholischen Kirchen, wie das Bistum Dresden-Meißen mitteilte. Darum habe auch das Sozialministerium gebeten.

Autobahnen werden auf „Blow-Ups“ und Spurrinnen kontrolliert

Die Autobahnen in Sachsen werden derzeit verstärkt auf Hitzeschäden kontrolliert. Sowohl auf Beton- als auch auf Asphaltfahrbahnen könnten sehr hohe Temperaturen zu Problemen führen, teilte die Autobahn GmbH des Bundes mit. Fahrerinnen oder Fahrer, die einen Schaden bemerken, sollten die Polizei informieren.

Vor allem auf älteren, stark befahrenen Betonfahrbahnen können bei großer Hitze sogenannte Blow-Ups auftreten. Das sind Aufwölbungen, die aufbrechen können. In Sachsen bestehe vor allem auf der A4 zwischen Dresden-Flughafen und Dresden-Neustadt ein erhöhtes Risiko, teilte eine Sprecherin der Autobahn GmbH mit. Dieser Abschnitt sei fast 30 Jahre alt und solle nächstes Jahr erneuert werden.

Viele Feste stellen Sprühnebel, Rasensprenger oder Erfrischungsstellen auf. (Archivbild) Hendrik Schmidt/dpa

Viele Feste stellen Sprühnebel, Rasensprenger oder Erfrischungsstellen auf. (Archivbild) Hendrik Schmidt/dpa

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Kirchen öffnen die Türen auch nur zur Abkühlung. (Archivbild)Robert Michael/dpa

Kirchen öffnen die Türen auch nur zur Abkühlung. (Archivbild)Robert Michael/dpa

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