Uralt-Hürdenrekord geknackt: Agyekum peilt EM-Medaille an
Emil Agyekum unterbietet den über 40 Jahre alten deutschen Rekord über 400 Meter Hürden von Leichtathletik-Ikone Harald Schmid. Bei der anstehenden EM hat der Berliner gute Chancen auf Edelmetall.
Emil Agyekum (l) und der Norweger Karsten Warholm beim 400-Meter-Hürdenrennen in London.Ali Habib/ZUMA Press Wire/dpa
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Kaum war Deutschlands neuer Hürdenstar nach seinem sensationellen deutschen Rekord im Ziel etwas zu Atem gekommen, machte Emil Agyekum mit Blick auf eine mögliche EM-Medaille gleich eine Ansage. „Ich bin sehr zuversichtlich. Weil es ist schon cool, dass mich Warholm nicht gleich an der ersten Hürde eingeholt hat“, sagte der 27-Jährige der ARD. Wenige Sekunden zuvor hatte er beim Diamond League-Meeting in London die deutsche Uralt-Bestmarke von Leichtathletik-Ikone Harald Schmid über 400 Meter Hürden mit der überragenden Zeit von 47,45 Sekunden geknackt.
Bei den Europameisterschaften vom 10. bis 16. August in Birmingham ist Agyekum ein ganz klarer Medaillen-Kandidat. „Ich freue mich, die Saison hat gerade erst angefangen und es läuft schon so super. Es ist phänomenal“, sagte der Berliner, der in der aktuellen Weltbestenliste hinter dem norwegischen Weltrekordler Karsten Warholm bester Europäer ist.
Emotionaler Agyekum: „Das ist krass“
Agyekum, der von Moskau-Olympiasieger Volker Beck trainiert wird, wurde hinter Dominator Warholm im Olympiastadion von London Zweiter. „Ich denke, das war einfach dieses Stadion und die Konkurrenz. Das pusht einfach extrem. Mit der Weltspitze in einem Lauf zu sein und dann in einem so riesigen Stadion, das ist krass“, sagte er über seinen starken Lauf.
Emil Agyekum bei der WM 2025 im Vorlauf hinter Karsten Warholm (Archivbild).Petr David Josek/AP/dpa
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Nach dem Rekordlauf bedankte er sich auf Instagram bei seiner Familie, seinem Coach, Sponsoren und Unterstützern. Besondere Worte fand er für seine Partnerin, die Hammerwerferin Nova Kienast. An sie gehe ein besonderer Dank dafür, dass sie so ein herzlicher Mensch sei, der ihn jeden Tag dazu inspiriere, die beste Version seiner selbst zu sein.
Bei der letzten WM lief Agyekum, der deutsche und ghanaische Wurzeln hat, auf der Weltbühne bereits ins Rampenlicht. Im Halbfinale knackte er erstmals die Schallmauer von 48 Sekunden und stellte in 47,83 Sekunden eine neue persönliche Bestleistung auf. Im Finale wurde er mit einer erneuten Zeit unter 48 Sekunden starker Sechster. „Ich habe für mich ein neues Level erreicht“, sagte Agyekum damals bei der ARD.
Agyekum zum fünften Mal unter 48 Sekunden
Das hat er nun stetig gesteigert. Schon am vergangenen Dienstag kam er Schmids Rekord mit 47,58 Sekunden beim Meeting in Budapest nahe. Nun ist die fast 44 Jahre alte deutsche Bestmarke vor 60.000 Fans in der englischen Hauptstadt gefallen. Es war Agyekums fünfte Zeit unter 48 Sekunden.
Harald Schmid hielt über 40 Jahre den deutschen Rekord über 400 Meter Hürden (Archivbild).Martin Athenstädt/dpa
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Schmid war am 8. September 1982 in Athen 47,48 Sekunden gelaufen. Diese Marke hatte er bei den Weltmeisterschaften 1987 in Rom als Drittplatzierter dann noch mal egalisiert. In der Rekordliste des Deutschen Leichtathletik-Verbandes wurde Schmids Zeit von 1982 aber offiziell als Rekord angegeben.