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Ex-Schalke-Boss Tönnies versteht Proteste gegen ihn nicht

Während des Zweitligaspiels gegen Dynamo Dresden protestieren Schalke-Fans mit teils harten Worten gegen Ex-Boss Clemens Tönnies. So reagiert der Unternehmer.

Von dpa

09.02.2026

Fans zeigen Transparente mit der Aufschrift: „Kein Ehrenpräsidium für Ehrenlose. Verpiss dich Tönnies!“.Bernd Thissen/dpa

Fans zeigen Transparente mit der Aufschrift: „Kein Ehrenpräsidium für Ehrenlose. Verpiss dich Tönnies!“.Bernd Thissen/dpa

© Bernd Thissen/dpa

Der frühere Schalke-Boss Clemens Tönnies hat gelassen auf teils beleidigende Spruchbänder und Plakate gegen ihn reagiert. „Wer sind die Ultras? Eine kleine und laute Gruppe in diesem großartigen Verein. Ehrlich gesagt habe ich mich in meiner aktiven Zeit kein einziges Mal über die vielen Anwürfe und Beleidigungen der Ultras gegen mich geärgert“, sagte Tönnies der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. 

Während des Heimspiels gegen Dynamo Dresden hatten Fans in der Nordkurve Transparente gezeigt, die sich gegen mögliche Pläne richteten, Tönnies bei der Mitgliederversammlung im Juli ins Ehrenpräsidium des Fußball-Zweitligisten zu berufen. Auf Bannern war unter anderem zu lesen: „Kein Ehrenpräsidium für Ehrenlose. Verpiss dich Tönnies!“. Das Verhältnis des Unternehmers zur organisierten Schalker-Fanszene gilt bereits seit vielen Jahren als zerrüttet. 

„Ich kann nicht verstehen, warum die Ultras jetzt so für Unruhe sorgen. Völlig unnötig, weil ich mir noch nicht einmal konkret Gedanken zur Anfrage des Ehrenpräsidiums gemacht habe. Es zählt gerade allein der Kampf um den Aufstieg. Da sollten jetzt alle Schalker zusammenhalte“, erklärte der 69-Jährige weiter, der von 2001 bis 2020 an der Vereinsspitze stand und den Club weiterhin als Sponsor unterstützt. 

Ex-Trainer und Sponsoren fordern Konsequenzen

Ehemalige Funktionsträger und Sponsoren des FC Schalke - darunter die Ex-Trainer Huub Stevens und Peter Neururer sowie das ehemalige Aufsichtsratsmitglied Dirk Metz - äußerten sich in einem Brief an den Vorstand und die Mitglieder des Aufsichtsrates entsetzt. In dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Schreiben hieß es: „Wir schämen uns für das, was am Samstag in der Arena aufgeführt wurde.“ Die „ekelhaften Beleidigungen“ und die „Gossensprache“ habe jedes noch „erträgliche Niveau unterschritten“. 

Zudem verurteilten sie Gewalt gegen einen Dynamo-Anhänger, der von Schalker Ultras krankenhausreif zusammengeschlagen worden sein soll. In ihrem Schreiben forderten sie Vorstand und Aufsichtsrat auf, die Vorfälle „ohne Wenn und Aber glaubhaft zu verurteilen, Strafanzeige wegen Beleidigung zu stellen, dazu beizutragen, dass die Justiz der Täter habhaft werden kann und sicherzustellen, dass alles getan wird, um eine Wiederholung auszuschließen“. 

Schalkes Vorstand und Aufsichtsrat reagieren

Vorstand und Aufsichtsrat des Vereins betonten auf dpa-Anfrage, dass der FC Schalke 04 als eingetragener Verein für Meinungsfreiheit und gelebte Diskussionskultur stehe. „Weder Plakate, die Einzelpersonen beleidigen, noch Briefe, die innerhalb kürzester Zeit bewusst an Medien gegeben werden, helfen Schalke dabei, seine Ziele zu erreichen. Vorstand und Aufsichtsrat rufen zu Geschlossenheit und einem respektvollen Miteinander innerhalb der Vereinsfamilie auf“, hieß es in einem Statement.

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