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Drei Gründe: Das macht Norwegens Fußball zur Stolperfalle

Erst die Bayern, dann der BVB: Die deutschen Spitzenclubs erleben bei ihren Reisen nach Norwegen diese Woche herbe Enttäuschungen. Was macht die Skandinavier nur so stark?

Von dpa

15.10.2026

Bodö/Glimt überraschte am Mittwoch mit einem Sieg gegen den BVB.Terje Pedersen/NTB/dpa

Bodö/Glimt überraschte am Mittwoch mit einem Sieg gegen den BVB.Terje Pedersen/NTB/dpa

© Terje Pedersen/NTB/dpa

Norwegens Fußball im Höhenflug. Das wilde 3:3 des FC Bayern München bei Viking Stavanger und die 0:1-Niederlage von Borussia Dortmund bei Bodö/Glimt in dieser Champions-League-Woche passen ins Bild. Die Skandinavier überzeugten schon bei ihrem sensationellen Viertelfinaleinzug bei der WM im Sommer. Was macht sie eigentlich so stark?

Kunstrasen

Der Bau zahlreicher Kunstrasenplätze Anfang der 2000er-Jahre sei die erste von zwei „Revolutionen“ gewesen, sagte Haakon Gröttland der „Süddeutschen Zeitung“. Der 45-Jährige leitet beim norwegischen Verband die Spieler- und Trainerentwicklung. Durch die Kunstrasenplätze habe sich der Fußball vom Sommer- zum Ganzjahressport entwickelt. Dass dadurch nun auch im Winter vernünftig trainiert werden kann, ist das eine. Der Gegner das andere.

In der Regel sind die Teams, die dort gastieren, den Kunstrasen nämlich nicht gewohnt. Ist die Umstellung tatsächlich so groß? Der Fußball auf diesem Untergrund sei „anders“, sagte Nationaltrainer Stale Solbakken den „Ruhr Nachrichten“: „Der Ball läuft sehr schnell. Außerdem ist es für die verteidigende Mannschaft schwierig, wirklich aggressiv zu sein. Man wird leichter ausgespielt, weil man auf Kunstrasen nicht so entschlossen in die Zweikämpfe gehen kann.“

Stale Solbakken führte die Norweger bei der WM bis ins Viertelfinale. (Archivbild)Luca Bruno/AP/dpa

Stale Solbakken führte die Norweger bei der WM bis ins Viertelfinale. (Archivbild)Luca Bruno/AP/dpa

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Nachwuchsarbeit

Die zweite von Gröttland genannte Revolution war die Spielerentwicklung. Um 2010 herum sei begonnen worden, verstärkt in die Trainerausbildung und den Bau von Nachwuchsakademien zu investieren, berichtete er. Nichts, was die Norweger im internationalen Fußball exklusiv hätten.

Aber, so Gröttland: „Was bei uns einzigartig ist, vielleicht weltweit: Wir sind sehr offen zueinander, wir tauschen unser Wissen im ganzen Land ständig aus, die Vereine untereinander und auch Verband und Vereine. Und achten darauf, dass alle nach den gleichen Grundprinzipien vorgehen.“ Von der Basis bis zur Spitze.

Die einheitliche Talentstruktur macht sich im Nationalteam bemerkbar - und auf Clubebene. Bodö/Glimt trat gegen den BVB mit einer fast rein norwegischen Startelf an.

Finanzkraft

Finanziert wird die Sportförderung in Norwegen zu großen Teilen auch aus staatlichen Lotterieprofiten. „Es gibt für den Fußball nur einen Wettanbieter, der staatlich reguliert ist. Die Gewinne werden überwiegend wieder in den Sport investiert“, erklärte Verbandsfunktionär Gröttland.

Bodö/Glimt, das in der vorigen Champions-League-Saison überraschte und bis ins Achtelfinale kam, kann seine Spieler auch durch die internationalen Erfolge nun besser bezahlen. „Deshalb verspüren sie nicht unbedingt den Drang, sofort ins Ausland zu wechseln“, sagte Nationaltrainer Solbakken. Auch das macht die norwegischen Teams stärker als manche womöglich meinen.

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