Radsport

20 Jahre Fuentes-Skandal - Denk: Kein systematisches Doping

Vor 20 Jahren erschütterte der Fuentes-Skandal den Radsport. Heute sieht Manager Ralph Denk kein systematisches Doping mehr – und verweist auf strengere Kontrollen.

Von dpa

29.06.2026

Ralph Denk schließt systematisches Doping im Radsport heutzutage aus. (Archivbild)Clara Margais/dpa

Ralph Denk schließt systematisches Doping im Radsport heutzutage aus. (Archivbild)Clara Margais/dpa

© Clara Margais/dpa

Es war der große Skandal der Tour de France. Kurz vor dem Start der Frankreich-Rundfahrt 2006 wurde eine Kundenliste des Dopingarztes Eufemiano Fuentes mit über 50 Namen publik, darunter prominente Fahrer wie Deutschlands einziger Tour-Sieger Jan Ullrich oder Italiens Radstar Ivan Basso. Die Doping-Schlagzeilen stürzten den Radsport in eine tiefe Krise. Ullrich und Basso, die beiden Topanwärter auf den Gesamtsieg, wurden am 30. Juni 2006 noch vor dem Start von der Tour ausgeschlossen.

20 Jahre später hält Rad-Manager Ralph Denk ein derartiges Doping-Netzwerk in seiner Sportart für ausgeschlossen. „Ich glaube, was ich ausschließen kann, ist, dass es systematisches Doping gibt wie vor 20 Jahren. Da lege ich mich ganz weit aus dem Fenster, das gibt es nicht. Schwarze Schafe wird es immer geben, wenn es um Geld geht“, sagte Denk vor dem Start der 113. Frankreich-Rundfahrt am Samstag in Barcelona.

Ullrich glaubt an heutige Generation

Ähnlich hatte sich Ullrich, der erst mit großer Verspätung geständig gewesen war, in der Vergangenheit geäußert. „Ein System mit weit verbreitetem Doping ist nicht mehr möglich. Auch der Weltverband hat eine viel stärkere Durchsetzungskraft und ist mittlerweile finanziell sehr gut aufgestellt. Für mich sind die Leistungen erklärbar. (...) Ich glaube auch, dass die heutige Generation aus unseren Fehlern gelernt hat. Der Profi-Radsport ist anders geworden“, sagte Ullrich vor zwei Jahren in einem dpa-Interview.

Jan Ullrich (M.) wurde kurz vor dem Start der Tour de France 2006 ausgeschlossen. (Archivbild)picture alliance / dpa

Jan Ullrich (M.) wurde kurz vor dem Start der Tour de France 2006 ausgeschlossen. (Archivbild)picture alliance / dpa

© picture alliance / dpa

Der Fuentes-Skandal war auch gleichbedeutend mit dem Karriereende von Ullrich. Es folgten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und Hausdurchsuchungen. In der Folge wurden weitere Skandale publik, auch Ullrichs früherer Dauerrivale Lance Armstrong legte später ein umfangreiches Doping-Geständnis ab. Sponsoren und TV-Sender zogen sich aus dem Radsport zurück, Radrennen wurden wegen fehlender Finanzierung eingestellt. 

20 Mio. zusätzlich für Dopingkontrollen

Der Radsport habe daraus seine Lehren gezogen, so Denk. „Ich traue mich zu sagen, dass der Radsport das engmaschigste Antidoping-Kontrollsystem hat im Vergleich zum gesamten Spitzensport. Was auch ein Novum ist, dass der  Profiradsport on top zu den Kontrollen der Wada (Welt-Anti-Doping-Agentur) noch selbst Budget frei macht, um Kontrollen zu installieren. Da geben wir als Team einen Beitrag rein, da geben aber auch die Rennfahrer selbst von ihrem Preisgeld was rein und da geben die Rennveranstalter was rein“, erklärte Denk und nannte eine Summe von 20 Millionen Euro als Größenordnung.

„Es gibt da den Blutpass, wo der Radsport der Vorreiter war, den mittlerweile auch andere Sportarten übernommen haben, der den indirekten Nachweis des Dopings darstellen kann. Und ich glaube, dass sehr, sehr viel getan wird“, ergänzte Denk.

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