Brand in Raffinerie bremst Australiens Treibstoffproduktion
Nach einem Großbrand in einer der wichtigsten Ölraffinerien Australiens läuft die Produktion nur noch eingeschränkt. Der Vorfall verschärft die ohnehin angespannte Lage bei Flugtreibstoff.
Das Feuer ist mittlerweile unter Kontrolle. Jay Kogler/AAP/dpa
© Jay Kogler/AAP/dpa
Ein Großbrand in einer Ölraffinerie im australischen Geelong hat die Treibstoffproduktion vorübergehend beeinträchtigt und sorgt für zusätzliche Unsicherheit bei der Versorgung mit Kerosin. Das gewaltige Feuer in der Anlage des Energieunternehmens Viva Energy war am späten Mittwochabend (Ortszeit) ausgebrochen. Dabei gab es auch mehrere Explosionen. Nach Angaben der Feuerwehr ist der Brand mittlerweile unter Kontrolle.
Die Anlage in der Nähe von Melbourne ist eine von nur zwei großen Ölraffinerien im Land. Sie deckt laut Viva Energy über 50 Prozent des Kraftstoffbedarfs des Bundesstaates Victoria und 10 Prozent des gesamten australischen Kraftstoffbedarfs. Die Raffinerie kann nach Unternehmensangaben bis zu 120.000 Barrel Öl pro Tag verarbeiten.
An oil refinery is engulfed in flames after an explosion in Victoria on Wednesday morning.
— 7NEWS Australia (@7NewsAustralia) April 15, 2026
Viva Energy in Corio, near Geelong, is one of Australia’s last two oil refineries, and the blaze which engulfed it comes amid a global fuel crisis.
The refinery supplies over 50 per cent… pic.twitter.com/ovPkuIGO73
Australische Fluglinien schwer betroffen
Das Unglück trifft Australien schwer, weil Fluggesellschaften ohnehin bereits mit stark gestiegenen Treibstoffkosten infolge des Iran-Kriegs und der Blockade der Straße von Hormus zu kämpfen haben. Erst in den vergangenen Tagen hatten die Airlines Qantas, Jetstar und Virgin Australia angekündigt, als Reaktion Verbindungen im Inland zu reduzieren oder zu streichen und Flüge zu bündeln. Zudem sollen die Ticketpreise weiter steigen.
Derweil reist der australische Premierminister Anthony Albanese seit Tagen durch Südostasien, um die Energieversorgung seines Landes zu sichern. Nach Singapur und Brunei führt er derzeit Gespräche in Malaysia.
Technischer Defekt als Ursache
Brandursache war ersten Erkenntnissen zufolge ein technischer Defekt, durch den brennbare Gase und Flüssigkeiten Feuer fingen. Die Produktion läuft zunächst aus Sicherheitsgründen nur eingeschränkt weiter: Energieminister Chris Bowen sagte, die Raffinerie produziere weiterhin Diesel und Flugtreibstoff, allerdings „auf reduziertem Niveau“. Der Brand komme zu einem „ungünstigen Zeitpunkt“.
#BREAKING: A major fire at the Viva Energy oil refinery in Geelong has now been extinguished, with the incident brought under control just after midday.
— 10 News (@10NewsAU) April 16, 2026
Firefighters remain on scene monitoring the area after the blaze broke out in the MOGAS unit late last night.
Authorities say… pic.twitter.com/h7J4cZtIjV
Nach Angaben der Behörden bestand zu keinem Zeitpunkt eine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung. Die Menschen in der Region sollten aber vorsichtshalber ihre Fenster geschlossen halten. Das Ausmaß der Schäden und mögliche langfristige Folgen sind noch unklar.
Die Anlage ist eine von nur zwei Raffinerien in Australien.Jay Kogler/AAP/dpa
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Australiens Premierminister Anthony Albanese reist derzeit durch Südostasien, um die Treibstoffversorgung in Down Under zu sichern.Vincent Thian/Pool AP/AP/dpa
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