Politik Inland

Umfrage: Ganztag für viele Schulleitungen nicht machbar

Etwa ein Drittel der Schulleiterinnen und Schulleiter und Schulleiter hält den Ganztagsanspruch ab Sommer laut Umfrage für die Gewerkschaft VBE für nicht umsetzbar. Es fehlten Räume und Personal.

Von dpa

23.01.2026

Für neu eingeschulte Kinder besteht ab Sommer 2026 ein Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung. (Archivbild)Bernd Thissen/dpa

Für neu eingeschulte Kinder besteht ab Sommer 2026 ein Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung. (Archivbild)Bernd Thissen/dpa

© Bernd Thissen/dpa

Fast jede dritte Grundschule geht einer Befragung zufolge davon aus, dass der ab Sommer neu geltende Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung für Erstklässler nicht sichergestellt werden kann. Das geht aus einer vom Verband Bildung und Erziehung (VBE) beauftragten repräsentativen Forsa-Umfrage unter Schulleiterinnen und Schulleiter in Nordrhein-Westfalen hervor. Auf Nachfrage seien vor allem fehlendes Fachpersonal und fehlende Räumlichkeiten genannt worden.

Auf die Frage an Schulleitungen, ob an ihrer Grundschule allen Erstklässlerinnen und Erstklässlern im Schuljahr 2026/27 voraussichtlich eine Ganztagsbetreuung angeboten werden könne, antworten 32 Prozent mit „Nein“. Sie rechnen demnach laut Bildungsgewerkschaft VBE nicht damit, dass die Kommune eine solche Betreuung sicherstellen könne. Hingegen glauben 62 Prozent der befragten Schulspitzen, dass es für alle neu eingeschulten Kinder wohl mit einem Ganztagsangebot klappen werde.

Gesonderter Blick auf Ganztag aus einer Schulleiter-Umfrage 

Im Herbst 2025 waren insgesamt 1.312 Schulleitungen bundesweit, darunter 263 in NRW laut VBE repräsentativ befragt worden. Dabei war ein Thema auch die Ganztagsbetreuung. Mit dem Schuljahr 2026/27 beginnt nun der Rechtsanspruch auf einen Platz in einer offenen Ganztagsschule - zunächst für die ersten Klassen. Der Anspruch wird nach und nach auf die Jahrgänge zwei bis vier erweitert, so dass er ab dem Schuljahr 2029/30 für alle Grundschulkinder gilt. 

Angebote in offenen Ganztagsschulen gibt es seit etwa 20 Jahren, sie sind begehrt, viele Kinder gehen aber leer aus. Um den Rechtsanspruch ab Sommer umsetzten zu können, brauche es ausreichend viele und qualifizierte Fachkräfte, betonte der Landesvorsitzende Stefan Behlau. 

Mit verlässlichen Lern-, Förder- und Betreuungsstrukturen könne ein guter Ganztag zu mehr Bildungsgerechtigkeit beitragen. Die Befragung habe aber auch ergeben, dass es an etwa der Hälfte der Grundschulen keine pädagogische Mindestqualifikation für angehende Mitarbeitende gebe.

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