Politik Inland

UN: Notlage im Westjordanland und Gaza verschärft sich

Im Westjordanland und im Gazastreifen kämpfen Menschen zwischen Schutt, Abwasser und Hunger ums Überleben. Wie die Vereinten Nationen die Lage beschreiben.

Von dpa

01.09.2026

Immer mehr Menschen verlieren im besetzten Westjordanland alles. Majdi Mohammad/AP/dpa

Immer mehr Menschen verlieren im besetzten Westjordanland alles. Majdi Mohammad/AP/dpa

© Majdi Mohammad/AP/dpa

Die Notlage der Palästinenser im von Israel besetzten Westjordanland wird nach UN-Angaben immer größer, aber dem Welternährungsprogramm (WFP) geht das Geld aus. Ab September könnten nur noch halb so viele Menschen versorgt werden wie nötig, sagt der WFP-Länderdirektor für Palästina, Shaun Hughes. Die Zahl der Bedürftigen habe sich in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt.

Anhaltende Gewalt von Siedlern, viele israelische Militäroperationen, die Beschränkung der Bewegungsfreiheit, Zerstörung von Häusern und Vertreibung von Menschen hätten zu der verheerenden Lage beigetragen. Viele Palästinenser, die sich früher selbst hätten versorgen können, seien nun auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen. Fast eine Million Menschen - ein Viertel der Bevölkerung - wisse oft nicht, wo die nächste Mahlzeit für ihre Familie herkommen solle.

Überlebenskampf auch im Gazastreifen

Die Situation im Gazastreifen beschrieb Hughes als brutal und unberechenbar. Bei israelischen Luftangriffen sei ein WFP-Lager in Mitleidenschaft gezogen worden. Die israelische Militärpräsenz mache es zu gefährlich für die Menschen, sich ihren einst bestellten Feldern zu nähern. Bäckereien brauchten für den Betrieb ihrer Öfen Diesel und Ersatzteile, die Israel kaum reinlasse.

Immer neue israelische Militärschläge machen das Leben im Gazastreifen zur Herausforderung. Yousef Al Zanoun/AP/dpa

Immer neue israelische Militärschläge machen das Leben im Gazastreifen zur Herausforderung. Yousef Al Zanoun/AP/dpa

© Yousef Al Zanoun/AP/dpa

Die Vertreterin der Weltgesundheitsorganisation für die besetzten palästinensischen Gebiete, Reinhilde van de Weerdt, berichtet vom Überlebenskampf der Menschen zwischen Schuttbergen und unter unhygienischen Bedingungen. Abwasser aus Toiletten sei in den Straßen zu sehen. Abfallberge türmten sich. Die Zahl der Durchfallerkrankungen habe sich zwischen Januar und August fast verdoppelt. Pfützen seien Brutplätze für Moskitos, feuchte Zelte für Schimmel und Bakterien.

Das könnte Sie auch interessieren

Politik Inland

zur Merkliste

Bundesregierung: Russland steckt hinter Sprengstoff-Drohne

Der misslungene Anschlag mit einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle ist nach Erkenntnissen der Bundesregierung in russischem Auftrag verübt worden. Das sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und begründete dies mit polizeilichen Ermittlungsergebnissen, Tatmustern und nachrichtendienstlichen Erkenntnissen.

Politik Inland

zur Merkliste

Stühlerücken im Pentagon - Warum unter Hegseth viele gehen

Mitten im Iran-Krieg wird an der Spitze des US-Militärs und im Pentagon Personal ausgetauscht. Durch die vielen Abgänge gerät auch „Kriegsminister“ Hegseth selbst immer mehr in den Fokus.

Politik Inland

zur Merkliste

Schwerer Luftangriff auf Kiew mit Toten und Verletzten

Ein neues Schuljahr in der Ukraine, aber es beginnt mit Luftalarm, Raketen und Drohnen. Der von Russland begonnene Krieg wütet auch nach viereinhalb Jahren ungebremst.