Politik Inland

Trotz Rückgang - Sachsen bleibt bei Organspenden vorn

2025 wurden in Sachsen weniger Organe gespendet als im Vorjahr. Trotzdem liegt das Land über dem Bundesschnitt - der Bedarf an Spenderorganen bleibt aber groß.

Von dpa

13.01.2026

Im Osten Deutschlands sind die Spenderzahlen bei Organspenden besonders hoch. (Archivbild)picture alliance/dpa

Im Osten Deutschlands sind die Spenderzahlen bei Organspenden besonders hoch. (Archivbild)picture alliance/dpa

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In Sachsen haben im vergangenen Jahr weniger Menschen Organe gespendet als im Vorjahr. Wie aus vorläufigen Zahlen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) hervorgeht, spendeten 2025 insgesamt 64 Menschen nach ihrem Tod Organe - acht weniger als 2024. Dennoch kam der Freistaat auf 15,9 Organspender je eine Million Einwohner und lag damit deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 11,8. 

Bundesweit erreichte die Organspende 2025 mit 985 Spenderinnen und Spendern den höchsten Stand seit 2012. Doch der Bedarf bleibt groß: Ende 2025 warteten nach Angaben der Stiftung Organtransplantation 8.199 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan - davon 371 in Sachsen.

Bedarf bleibt hoch

„Dass wir 2025 so viele Organspenderinnen und Organspender verzeichnen wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr, ist ein wichtiges und ermutigendes Signal“, sagte der Medizinische Vorstand der Stiftung, Axel Rahmel. Dennoch reiche dieses Niveau noch nicht aus, um den Bedarf zu decken. „Der Mangel an Spenderorganen besteht weiterhin.“

Sachsen gehört zur DSO-Region Ost, die seit Jahren überdurchschnittliche Werte erzielt. Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kamen 2025 zusammen auf 16,3 Organspender je eine Million Einwohner - das waren 38 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. „Wenn bundesweit so viele Organspenden realisiert würden wie in dieser Region, wäre die Situation für wartende Patientinnen und Patienten spürbar besser“, betonte Rahmel.

Widerspruchslösung rückt erneut in den Fokus

Bundesweit komme es bei rund zwei Dritteln der Kontakte zwischen Krankenhäusern und DSO nicht zu einer Organspende - häufig, weil keine dokumentierte Entscheidung vorliege. „Die Mehrheit der Menschen in Deutschland steht der Organspende grundsätzlich positiv gegenüber, hat ihre persönliche Entscheidung jedoch nicht festgehalten“, erklärte Rahmel. Der DSO-Vorstand begrüße daher, dass politisch erneut über eine Widerspruchslösung diskutiert werde.

In Sachsen wurden im vergangenen Jahr 187 Organe entnommen, nach 182 im Vorjahr. In den Transplantationszentren des Landes wurden 163 Organe transplantiert, nach 153 im Jahr 2024.

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