Politik Inland

Ott fordert Kurswechsel statt Köpferollen bei der SPD

Nach den Wahlniederlagen der SPD warnt NRW-Spitzenkandidat Jochen Ott vor Personaldebatten. Er fordert von seiner Partei eine inhaltliche Erneuerung.

Von dpa

25.03.2026

SPD-Landtagsfraktionschef Jochen Ott fordert bei der NRW-Landtagswahl 2027 Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) heraus. (Archivbild)Christoph Reichwein/dpa

SPD-Landtagsfraktionschef Jochen Ott fordert bei der NRW-Landtagswahl 2027 Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) heraus. (Archivbild)Christoph Reichwein/dpa

© Christoph Reichwein/dpa

Der SPD-Spitzenkandidat für die NRW-Landtagswahl, Jochen Ott, sieht in einem Wechsel an der Spitze der Bundespartei keine Lösung für einen Wiederaufstieg der SPD. „Wir haben doch die Erfahrung gemacht in der SPD, Personalwechsel alleine bringen doch da nichts. Sondern dann kommt der Nächste und dann gibt es wieder die Diskussion“, sagte der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion im WDR 5-„Morgenecho“.

Die SPD müsse jetzt aufhören, ständig nur die Probleme zu beschreiben, sondern ins Handeln kommen. „Und wir brauchen vor allen Dingen auch mehr Emotionen, dass die Leute sehen, wir wollen auch noch, wir kämpfen dafür“, sagte Ott.

Das Problem der SPD ist nach Ansicht Otts, dass sie „zu stark als Partei der sozialen Absicherung anstatt des sozialen Aufstiegs“ wahrgenommen werde. Das müsse die Partei ändern, dann haben sie auch eine Chance zurückzukommen. Viele Menschen wünschten sich auch eine starke SPD. „Aber wir haben das nicht so gut hinbekommen in den letzten Jahren.“

Debatte über Klingbeil und Bas

Nach den SPD-Niederlagen bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz war in der Partei eine Debatte über die beiden Bundesvorsitzenden, Vizekanzler Lars Klingbeil und Arbeitsministerin Bärbel Bas, aufgekommen. Vereinzelt wurden Forderungen nach einer Trennung von Partei- und Regierungsämtern laut.

Ott forderte einen anderen Blickwinkel. „Wir müssen einfach in der Breite der SPD verstehen, dass dieses Land an manchen Stellen nicht mehr funktioniert und dass wir es nach vorne bringen müssen“, sagte der NRW-Politiker, der bei der Landtagswahl im April 2027 als Herausforderer von Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) antritt. Die SPD brauche „eine Geschichte, wo die Leute spüren, wir haben verstanden, wo das Problem ist“, betonte Ott.

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