Nach Tauziehen um OVG-Spitze: Günther offiziell im Amt
Mit einem ehemaligen Bundesrichter hat das Oberverwaltungsgericht in Münster nach langer Vakanz eine neue Leitung. Die Vorgeschichte der Amtseinführung ist pikant.
Carsten Günther (l) geht bei seiner Amtseinführung neben NRW-Justizminister Benjamin Limbach in die Halle des OVG. Friso Gentsch/dpa
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Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) hat am Mittwoch Carsten Günther bei einem Festakt in Münster offiziell ins Amt als Präsident des Oberverwaltungsgerichts eingeführt. Der 55-Jährige hatte im vergangenen Sommer die Leitung des Hauses übernommen. Die Spitze des OVG war nach dem Ausscheiden von Ricarda Brandts in den Ruhestand im Jahr 2021 über vier Jahre lang unbesetzt geblieben. Grund: Um die Besetzung hatte es ein Tauziehen gegeben, das mehrere Gerichte bis zum Bundesverfassungsgericht und einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss im NRW-Landtag beschäftigt hatte.
Limbach würdigte sowohl Günther als auch seine Vorgängerin Ricarda Brandts in seiner Rede. In der langen Zwischenzeit hatten zwei Vizepräsidenten das Haus geleitet. In diese Zeit fiel etwa das große Verfahren um die Einstufung der AfD durch das Bundesamt für Verfassungsschutz mit Sitz in Köln.
Günther wechselte aus Leipzig nach Münster
Bis zu seiner Berufung 2015 ans Bundesverwaltungsgericht nach Leipzig war Günther Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht Düsseldorf. Als Richter angefangen hatte er im Jahr 2000 am Verwaltungsgericht Köln. Es folgten Abordnungen ab 2003 an das Bundesjustizministerium, an die NRW-Staatskanzlei und von 2007 bis 2010 an das NRW-Justizministerium. Von 2009 bis 2013 war er bereits Richter am OVG Münster, das er nun seit August 2025 leitet.
Ricarda Brandts hat bis 2021 das OVG in Münster geleitet und wurde verabschiedet. Friso Gentsch/dpa
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