Düsseldorferin wegen IS-Gefangenenhilfe vor Gericht
Eine Düsseldorferin soll jahrelang und bundesweit gefangene IS-Terroristen und Anhänger unterstützt haben - mit Geld und Durchhalteparolen. Nun begann der Prozess gegen die Konvertitin.
Die Angeklagte mit ihren Verteidigern. Frank Christiansen/dpa
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Eine Düsseldorferin soll für gefangene IS-Terroristen und IS-Unterstützer Spenden gesammelt und Durchhaltebriefe geschrieben haben. Nun hat die Bundesanwaltschaft die 42-Jährige wegen Unterstützung der Terrormiliz Islamischer Staat vor Gericht gebracht. Am Düsseldorfer Oberlandesgericht begann der Prozess gegen die vierfache Mutter.
Die Bundesanwaltschaft wirft der deutschen Angeklagten vor, mit der IS-Ideologie zu sympathisieren. Fünf Jahre lang habe sie die Gefangenenhilfe „Free our sisters“ (Befreit unsere Schwestern) für inhaftierte Terroristen und Unterstützer des IS in Deutschland und im Ausland betrieben. Unterstützung sei etwa Häftlingen in Hamburg, München, Berlin und Österreich sowie in kurdischen Lagern zugutegekommen.
Die Angeklagte habe dazu bis 2024 über verschiedene Online-Profile Spenden in Höhe von insgesamt fast 14.000 Euro eingeworben und die Gelder an Gefangene oder deren Angehörige weitergeleitet.
Zudem soll sie im Internet dazu aufgerufen haben, Briefe und Fotobeiträge mit Durchhalteparolen des IS für die Gefangenen zu verfassen. Dies habe die Inhaftierten bestärken sollen, dem IS treu zu bleiben und ihm weiter zur Verfügung zu stehen. Sie habe solche Briefe auch selbst verfasst.
Verteidigung: Nur humanitäres Engagement
Für ihre Spendensammlung habe die Angeklagte Zwecke wie etwa Kinderkleidung angegeben. Den Gefangenen habe sie signalisieren wollen: Der IS kümmert sich um seine Gefangenen.
Die sollten standhaft bleiben und geduldig, um nach ihrer Freilassung der Terrororganisation wieder zur Verfügung zu stehen. Für Fotoaktionen seien IS-Symbole wie der Löwe verwendet worden.
Die Verteidiger entgegneten, die vierfache Mutter engagiere sich lediglich humanitär. Sie habe lediglich Menschen in Notlagen unterstützt, nicht den IS. Sie habe jahrelang im Blick der Sicherheitsbehörden gestanden und sich nicht versteckt. Mehrere Verfahren gegen sie seien eingestellt worden. Nun seien lediglich altbekannte Sachverhalte neu bewertet worden.
Eine Vertreterin der Bundesanwaltschaft erwiderte, die humanitäre Zielsetzung sei lediglich vorgetäuscht gewesen. Die zum Islam konvertierte Deutsche befindet sich seit September 2025 in Untersuchungshaft. Das Oberlandesgericht hat bis Anfang Juli zehn Verhandlungstage für den Prozess angesetzt.
Die Angeklagte im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichts.Frank Christiansen/dpa
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Mutmaßliche IS-Unterstützerin vor Gericht. (Archivbild)Monika Skolimowska/dpa
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