Politik Inland

Bischof Timmerevers sieht Papst vor großer Herausforderung

Die katholische Bischof von Dresden-Meißen sieht im neuen Papst einen Brückenbauer und lobt auch die Namenswahl. Im Herbst will er das Kirchenoberhaupt selbst in Rom treffen.

Von dpa

09.05.2025

Bischof Heinrich Timmerevers sieht den neuen Pontifex vor großen Herausforderungen. Oliver Weiken/dpa

Bischof Heinrich Timmerevers sieht den neuen Pontifex vor großen Herausforderungen. Oliver Weiken/dpa

© Oliver Weiken/dpa

Der Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, sieht den neuen Papst Leo XIV. vor großen Herausforderungen. „Mit der Wahl des neuen Papstes verbindet sich die große Aufgabe, als Pontifex, als Brückenbauer, in einer Zeit der Polarisierung für Einheit einzustehen, Spaltung und Ausgrenzung entgegenzutreten und ein echtes ‚Beieinanderbleiben‘ zu ermöglichen“, erklärte der Bischof in Dresden.

Hoffnung auf Mut zur Erneuerung

„Mir ist wichtig: Einheit ist nicht Uniformität. Nur wenn wir als Kirche die Vielfalt der Kulturen und Prägungen wirklich ernst nehmen, kann Einheit gelingen – als gelebte katholische, also allumfassende Gemeinschaft“, betonte Timmerevers. Er hoffe, dass der neue Papst in der Spannung zwischen Einheit und Vielfalt den Weg seines Vorgängers weitergehe – in tiefer Verankerung im Evangelium, mit offenem Herzen für die Menschen und mit Mut zur Erneuerung“.

Einsatz für die Schwachen erwartet

Der neue Papst stelle sich mit seinem Namen Leo XIV. in eine bedeutungsvolle Kontinuität und knüpfe damit bewusst an Leo XIII. an, der 1891 mit der Enzyklika Rerum Novarum den Grundstein für die moderne katholische Soziallehre legte. „Dass Papst Leo XIV. sich ausgerechnet auf diesen Vorgänger bezieht, lässt erwarten, dass soziale Gerechtigkeit, weltweite Solidarität und der Einsatz für die Schwächsten auch in seinem Pontifikat eine zentrale Rolle spielen werden – ein starkes Signal in einer Zeit globaler Ungleichgewichte und wachsender sozialer Spannungen.“

Timmerevers will im Oktober mit einer Pilgergruppe aus dem Bistum nach Rom fahren und dann auch den Papst treffen. Der Bischof zeigte sich erfreut über die rasche Wahlentscheidung und gratulierte dem Pontifex.

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