Politik Inland

Antisemitische Straftaten in NRW erreichen neuen Höchststand

Bei antisemitischen Straftaten in NRW ist keine Entwarnung in Sicht. Ihre Zahl geht weiter in die Höhe. Auch die Zahl islamfeindlicher Straftaten ist hoch.

Von dpa

01.04.2026

Die Zahl antisemitischer Straftaten in NRW ist weiter gestiegen. (Symbolbild)David Inderlied/dpa

Die Zahl antisemitischer Straftaten in NRW ist weiter gestiegen. (Symbolbild)David Inderlied/dpa

© David Inderlied/dpa

Die Zahl antisemitischer Straftaten hat in Nordrhein-Westfalen 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Vergangenes Jahr wurden nach Angaben des Innenministeriums landesweit 786 antisemitische Straftaten erfasst, wie aus einer Antwort auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervorgeht. Schon im Jahr 2024 war mit 695 Taten ein Zehn-Jahres-Hoch verzeichnet worden. Insgesamt 393 Tatverdächtige seien laut Kriminalpolizeilichem Meldedienst zu den 2025 erfassten Fällen in NRW ermittelt worden, hieß es weiter. 

Eingeleitet wurden bei den NRW-Staatsanwaltschaften vergangenes Jahr insgesamt 1.985 Ermittlungsverfahren wegen antisemitischer Straftaten. 148 Personen seien 2025 verurteilt und 17 freigesprochen worden. In 1.308 Fällen wurden den Angaben zufolge Verfahren eingestellt, weil etwa Tatverdächtige nicht ermittelt werden konnten oder kein hinreichender Tatverdacht bestand. Die Differenz zu den polizeilich eingeleiteten Ermittlungsverfahren erklärt sich laut Ministerium durch ein anderes Erfassungssystem der Landesjustiz.

Die Zahl antisemitischer Vorfälle war seit dem Überfall der islamistischen Hamas auf Israel im Oktober 2023 und der anschließenden Eskalation in Nahost stark gestiegen.

Auch hohe Zahl islamfeindlicher Straftaten

Im vergangenen Jahr wurden in NRW zudem 330 Straftaten mit islamfeindlichem Hintergrund erfasst. Ermittelt wurden laut Innenministerium 187 Tatverdächtige. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr bei den Staatsanwaltschaften 562 Ermittlungsverfahren wegen islamfeindlicher Straftaten eingeleitet, 55 Personen wurden verurteilt. In 359 Fällen wurden die Verfahren eingestellt.

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