Politik Inland

AfD-Chefs fordern Professionalität von NRW-AfD

Bei der Wahl zur Aufstellung von Landtagskandidaten für die NRW-Wahl im kommenden Jahr knallt es AfD-intern. Die Bundesspitze greift ein und ruft zur Einigkeit auf.

Von dpa

14.07.2026

„Wir appellieren an alle Teile der Partei, sich entsprechend professionell zu verhalten und nicht zu spalten“, erklärten die Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla. (Archivbild)Michael Kappeler/dpa

„Wir appellieren an alle Teile der Partei, sich entsprechend professionell zu verhalten und nicht zu spalten“, erklärten die Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla. (Archivbild)Michael Kappeler/dpa

© Michael Kappeler/dpa

Die AfD-Bundesspitze hat von der nordrhein-westfälischen AfD wegen heftiger interner Streitigkeiten bei deren Wahlparteitag am vergangenen Wochenende Aufklärung gefordert und zur Professionalität aufgerufen. Die Beteiligten seien um Stellungnahme gebeten worden, „um einen akkuraten Überblick zu den Geschehnissen vor Ort zu erhalten“, teilte die Bundespartei in Berlin mit.

„Wir appellieren an alle Teile der Partei, sich entsprechend professionell zu verhalten und nicht zu spalten. Gerade jetzt muss es einzig um unser Land gehen und weder um persönliche Konflikte noch um Machtspiele“, erklärten die Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla. Die Mitteilung aus der AfD-Bundesgeschäftsstelle ist überschrieben mit den Worten „Einigkeit der AfD jetzt wichtiger denn je“. 

Per Mediationsverfahren sollen den Angaben zufolge zwischen den verschiedenen Lagern Kompromisse gefunden werden. Ziel sei es, dass die übrigen Kandidaten für die NRW-Landesliste schnell und rechtssicher aufgestellt werden könnten.

Streit auf Wahlparteitag eskaliert

Beim AfD-Wahlparteitag in Marl war am Wochenende ein Streit zwischen dem Lager von Landeschef Martin Vincentz und dem rechten Lager eskaliert. Es ging um die Bestimmung der Listenplätze für die NRW-Landtagswahl im kommenden Jahr. Angesichts hoher Umfragewerte rechnet die Partei damit, dass sie mit mindestens 30 Abgeordneten ins Parlament in Düsseldorf einziehen könnte. Insgesamt will sie auf mehreren Konferenzen bis Mitte September 80 Listenplätze vergeben.

Die Plätze 1 bis 10 wurden zwischen beiden Lagern aufgeteilt, so dass alle Bewerber dort ohne Gegenkandidaten antraten. Bei weiter dahinter liegenden Plätzen, mit ebenfalls guten Chancen auf ein Landtagsmandat, trat der interne Streit dann offen zu Tage. So traten etwa für Listenplatz 22 mehr als 90 Kandidaten an, von denen jedem bis zu acht Minuten Redezeit zustanden – was den Zeitrahmen des Parteitages sprengte. Dem Sender WDR sagte Vincentz: „Ich erwarte, dass der Bundesvorstand die Initiatoren dieser Blockade dazu auffordert, die Entscheidungen unserer Delegierten zu akzeptieren und den Weg für weitere Wahlen freizumachen.“

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