Start in das lange Mai-Wochenende bringt hohe Staugefahr
Wer zum Beginn des langen Mai-Wochenendes auf die Autobahn fährt, braucht voraussichtlich Geduld. Der ADAC rechnet mit viel Betrieb. Es sei denn, die hohen Spritpreise bremsen erneut die Reiselust.
Hohe Staugefahr: Am Donnerstag vor dem 1. Mai kommen verschiedene Faktoren zusammen. (Archivbild)Rolf Vennenbernd/dpa
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Viel Sonnenschein und fast schon sommerliche Temperaturen: Der 1. Mai könnte perfekt für einen Ausflug sein. Doch wer das lange Wochenende nutzen und schon am Donnerstag losfahren will, braucht auf den Autobahnen wohl Geduld: Der Start in das 1. Mai-Wochenende ist laut ADAC traditionell einer der staureichsten Tage im ganzen Jahr. Vor allem am Donnerstagnachmittag rechnet der Automobilclub mit sehr viel Verkehr auf den Straßen in Nordrhein-Westfalen.
„Der Donnerstag ist grundsätzlich schon der zweitstaureichste Tag der Woche. Zum starken Berufsverkehr kommen ab Mittag noch Reisende hinzu, die das lange Wochenende für einen Kurzurlaub nutzen“, sagt der Leiter des Fachbereichs Verkehr und Umwelt beim ADAC Nordrhein, Roman Suthold. Im vergangenen Jahr gab es laut ADAC zum Start in das 1. Mai-Wochenende die drittlängsten Staus des ganzen Jahres.
Spritpreise könnten die Reiselust dämpfen
Damals waren allerdings auch Benzin und Diesel noch deutlich günstiger als heute. Die hohen Preise könnten in diesem Jahr deutlich Wirkung zeigen, glaubt Suthold. „Aufgrund der extremen Spritpreise könnten manche Autofahrer auf Freizeitfahrten verzichten oder erst am Freitag losfahren, wenn die Energiesteuersenkung greifen soll“, sagt er.
Ob es viel bringt, den einen Tag bis zum Inkrafttreten der Steuersenkung zu warten, ist aber unklar. „Wir gehen nicht davon aus, dass die Preise am 1. Mai ab Mitternacht sofort um 17 Cent sinken, sondern innerhalb einiger Tage sukzessive fallen“, erklärt der Verkehrsexperte.
Schon in den Osterferien habe man bei der Verkehrslage auf den Autobahnen deutlich gemerkt, dass viele Menschen im Moment auf einen längeren Ausflug mit dem Auto verzichteten. „Besonders deutlich zeigte sich der Rückgang am Osterwochenende, an dem traditionell viele Tagesausflüge und Familienbesuche stattfinden“, sagt Suthold.
Im Vergleich zum Vorjahr habe es auf den NRW-Autobahnen etwa am Gründonnerstag 16 Prozent weniger Staustunden gegeben, an Karfreitag 39 Prozent und am Ostermontag 20 Prozent weniger.
Wo ist die Staugefahr am höchsten?
Die größte Staugefahr sieht der ADAC am Donnerstag auf der A1 (Köln-Hamburg), der A2 (Oberhausen-Hannover) und der A3 (Köln-Emmerich). Im Ruhrgebiet dürften der Bereich Oberhausen/Duisburg (A3/A40), die Region Bochum/Herne/Recklinghausen (A43) sowie das Kamener Kreuz (A1) Schwerpunkte sein. Auch auf der A46 durch Wuppertal sei die Staugefahr groß.
Am Maifeiertag selbst und am Wochenende rechnet der ADAC nur noch an besonders beliebten Ausflugszielen mit Verzögerungen auf den Straßen - die meisten Autobahnen sollen frei sein.
Bei einem Stau die Autobahn zu verlassen und über Landstraßen zu fahren, bringt laut ADAC übrigens nur selten einen Vorteil. Oft sind auch die Ausweichstrecken schnell verstopft und für massenweise Zusatzverkehr nicht ausgelegt.