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Schlüssel im Netz? Handschellen beschäftigen nun auch NRW

Ein Festgenommener entkommt in Bayern aus Handschellen – passende Schlüssel sollen im Netz frei erhältlich sein. Die gleichen Handschellen werden auch in NRW verwendet.

Von dpa

11.02.2026

Die Polizei ist alarmiert: Im Internet sind Generalschlüssel für Handschellen erhältlich. (Illustration)  Peter Kneffel/dpa

Die Polizei ist alarmiert: Im Internet sind Generalschlüssel für Handschellen erhältlich. (Illustration) Peter Kneffel/dpa

© Peter Kneffel/dpa

Das Verschwinden der Handschellen von den Handgelenken eines Verdächtigen in Bayern beschäftigt nun auch die Polizei in Nordrhein-Westfalen. Berichten zufolge soll der Generalschlüssel für die Handschellen im Internet frei erhältlich sein. Ein Sprecher des NRW-Innenministeriums teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, die Polizei in NRW nutze das gleiche Modell der Handfessel wie die Polizei Bayern.

Als zuständige Landesoberbehörde stehe das Landesamt für zentrale polizeiliche Dienste (LZPD) in Duisburg bereits mit der bayerischen Polizei im Austausch und prüfe Auswirkungen auf Nordrhein-Westfalen, hieß es weiter.

„Dass passende Schlüssel zum Öffnen der Handfessel öffentlich verkauft werden, nehmen wir sehr ernst“, hatte ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums zuvor gesagt. Man prüfe sinnvolle Maßnahmen. 

„Das ist schon ein ziemlich dicker Hund“

Grundsätzlich sei der Hersteller für die Vertriebswege und mögliche Patentrechtsverletzungen verantwortlich, hieß es aus dem NRW-Innenministerium. Er verkaufe entsprechendes Equipment ausschließlich an Behörden und Unternehmen im Bereich der öffentlichen Sicherheit.

„Das ist schon ein ziemlich dicker Hund“, sagte der NRW-Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, Patrick Schlüter. „Man wird sicher das Gespräch mit dem Hersteller suchen, wie so was möglich ist. Und natürlich, man wird sich bei der künftigen Beschaffung von Handfesseln darauf einstellen.“ 

Für den Polizeialltag sei erstmal gut zu wissen, dass solche Generalschlüssel leicht verfügbar sind. „In der Praxis ist es aber ohnehin so, dass erstens Handfesseln nicht länger angelegt werden als nötig und zweitens Personen mit Handfesseln auch nicht fahrlässig aus den Augen gelassen werden“, erläuterte Schlüter. „Die Kolleginnen und Kollegen werden jetzt noch etwas mehr aufpassen müssen.“

Fall in Mittelfranken

Hintergrund war ein Fall in Mittelfranken, bei dem ein Festgenommener sich vermutlich aus Handschellen befreien konnte. Bayerns Polizisten waren daraufhin informiert worden, dass solche Schlüssel im Umlauf sein könnten. 

Das Herstellerunternehmen wisse um das Problem. „Nach unserer Kenntnis hat das Unternehmen bereits eine Anwaltskanzlei beauftragt, um den Verkauf der Schlüssel zu untersagen“, sagte der Ministeriumssprecher in München.

Beamte hatten in Bayern im November einen Mann im Zuge wegen Verdachts auf ein Drogendelikt vorläufig festgenommen und mit Handschellen gefesselt. „Die Handschellen waren fest“, hatte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken betont. In einem günstigen Moment habe der Mann die Flucht ergriffen. Die Beamten holten ihn schnell ein - aber die Handschellen waren verschwunden.

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