Panorama

Raumsonde zeigt helles Zentrum der Milchstraße im Detail

Eigentlich soll die Sonde „Euclid“ bei der Erforschung von Dunkler Materie und Dunkler Energie helfen. Nun hat sie einen besonders hellen Bereich in den Blick genommen - im Zentrum der Milchstraße.

Von dpa

24.06.2026

Mehr als 60 Millionen Sterne im herzen der Milchstraße hat die europäische Sonde „Euclid“ abgelichtet.--/ESA/Euclid/Euclid Consortium/NASA/dpa

Mehr als 60 Millionen Sterne im herzen der Milchstraße hat die europäische Sonde „Euclid“ abgelichtet.--/ESA/Euclid/Euclid Consortium/NASA/dpa

© --/ESA/Euclid/Euclid Consortium/NASA/dpa

Die europäische Raumsonde „Euclid“ hat ein besonderes Bild vom inneren Bereich der Milchstraße geliefert: Es sei das größte und detaillierteste Foto des Zentrums unserer Galaxie im sichtbaren Licht, schreibt die Europäische Weltraumorganisation (Esa). Darauf seien mehr als 60 Millionen Sterne im Herzen der Milchstraße abgebildet. Hinzu kämen Sternenhaufen und kosmische Nebel. 

Wie die Esa mit Sitz in Paris mitteilte, nahm „Euclid“ diese auch Bulge genannte Zone Ende März vergangenen Jahres für etwa 26 Stunden in den Blick. Der Bulge im Zentrum der Milchstraße ist sehr hell, dort befinden sich vor allem ältere und kühlere Sterne. Doch „Euclids“ Kamera ist der Esa zufolge empfindlich genug, um dennoch einzelne Sterne abzubilden. 

Das Bild ist demnach eine Zusammensetzung aus neun einzelnen Aufnahmen der Sonde. Für die Farben wurden auch Aufnahmen eines weiteren Teleskops hinzugezogen.

Die Beobachtungen könnten Forschenden helfen, eine Bestätigung für die Existenz weiterer Exoplaneten zu finden und deren Masse zu bestimmen. Exoplaneten sind Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, die andere Sterne umkreisen. Erstmals wurden solche Himmelskörper 1995 beobachtet. Seitdem wurden mehrere Tausend von ihnen identifiziert.

Esa will mit „Euclid“ riesige 3D-Karte des Alls erstellen

Die Sonde „Euclid“ zur Erforschung Dunkler Materie und Dunkler Energie war im Sommer 2023 ins All gestartet. Herzstück ist ein hochauflösendes Teleskop, das mit zwei Kameras ausgestattet ist - eine für den sichtbaren Wellenlängenbereich und eine für den Nah-Infrarotbereich. Sie sollen die Formen von Galaxien abbilden beziehungsweise dabei helfen, auf die Entfernung von Galaxien zu schließen.

Die Esa will so einen Blick in die Vergangenheit des Universums werfen und dessen Entwicklung innerhalb der letzten zehn Milliarden Jahre erforschen. Insgesamt sollen Daten zu Milliarden Galaxien gesammelt werden und eine 3D-Karte des Alls mit der Zeit als zusätzlicher Komponente entstehen.

Die Milchstraße erstreckt sich über den Nachthimmel - hier von der Atacama-Wüste aus gesehen. (Archivbild)Esteban Felix/AP/dpa

Die Milchstraße erstreckt sich über den Nachthimmel - hier von der Atacama-Wüste aus gesehen. (Archivbild)Esteban Felix/AP/dpa

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