Panorama

Pflegedienst-Chef getötet: Angeklagter gibt Schüsse zu

Ein 56-jähriger Mann soll im März in Dortmund den Leiter eines ambulanten Pflegedienstes erschossen haben. Vor Gericht gibt er die Tat zu - allerdings mit einer entscheidenden Einschränkung.

Von dpa

09.09.2026

Mit einem Urteil des Dortmunder Landgerichts ist noch im September zu rechnen.Bernd Thissen/dpa

Mit einem Urteil des Dortmunder Landgerichts ist noch im September zu rechnen.Bernd Thissen/dpa

© Bernd Thissen/dpa

Sechs Monate nach den tödlichen Schüssen auf einen Pflegedienst-Chef in Dortmund hat sich der Angeklagte vor dem Schwurgericht zu der Tat bekannt. „Ich muss mit der Schuld leben, einen Menschen getötet zu haben“, hieß es am Mittwoch in einer vom Verteidiger verlesenen Erklärung. „Mein Verhalten erschreckt mich im Nachhinein sehr.“

Immer wieder Nachstellungen

Zum Zeitpunkt seines Todes war der Pflegedienst-Chef schon seit drei Jahren mit der Ex-Frau des Angeklagten verheiratet. Die Staatsanwaltschaft hat den 56-jährigen Deutschen mit türkischen Wurzeln wegen heimtückischen Mordes angeklagt. Der Mann soll seiner Ex-Frau und deren neuem Mann nach der Trennung immer wieder nachgestellt haben.

In seiner Erklärung räumt der Angeklagte auch das ein. „Mir ist klar, dass dieses Verhalten falsch war“, hieß es. „Die beiden werden sich dadurch belästigt gefühlt haben.“

18 Schüsse abgefeuert

Laut Anklage wartete der 56-Jährige am Tatabend vor dem Haus des späteren Opfers. Als er sah, dass der Pflegedienst-Chef einparkte, soll er sich mit einer Sonnenbrille vermummt haben, auf ihn zugegangen sein und ohne Vorwarnung 18 Schüsse auf ihn abgegeben haben.

In der vor dem Schwurgericht verlesenen Erklärung bestreitet der Angeklagte jedoch, dass sein Aufenthalt etwas mit dem neuen Mann seiner Ex-Frau zu tun hatte. Er habe vielmehr gehofft, seinen Sohn zu sehen, der sich häufig in dem Haushalt aufgehalten habe.

„Ich hatte Panik“

Auch die Schilderung des Tatablaufs weicht deutlich von der in der Anklageschrift ab. Der 56-Jährige gibt an, dass ihn der Pflegedienst-Chef nach dem Aussteigen erkannt und sofort beleidigt habe. Dann habe er etwas aus dem Auto geholt und sei damit drohend auf ihn zugelaufen.

„In diesem Moment bin ich in Panik verfallen, habe die Waffe gezogen und abgedrückt“, hieß es in der Erklärung. „Ich hatte Angst, dass ich jetzt verprügelt werde.“

Mit einem Urteil ist möglicherweise noch im September zu rechnen.

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