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Neue Ermittlungen in Cold Case um Mord an Professor

Im Mordfall eines Professors vor 42 Jahren in Hilden ordnet das Gericht Nachermittlungen an. Die Speichelprobe eines Zeugen könnte die Beweislage verändern.

Von dpa

17.03.2026

Der Angeklagte bestreite die Vorwürfe, sagte seine Verteidigerin vor Gericht. (Archivbild)Oliver Berg/dpa

Der Angeklagte bestreite die Vorwürfe, sagte seine Verteidigerin vor Gericht. (Archivbild)Oliver Berg/dpa

© Oliver Berg/dpa

Im Prozess um den Mord an einem Psychologieprofessor in Hilden bei Düsseldorf hat das Landgericht Nachermittlungen angekündigt. Von einem Zeugen, der zur Tatzeit als Prostituierter gearbeitet und als gewalttätig aufgefallen sein soll, will das Gericht eine Speichelprobe nehmen lassen, kündigte der Vorsitzende Richter an. Offenbar geht es darum, seine DNA mit der am Tatort gefundenen DNA abzugleichen. 

Der Hochschullehrer war im April 1984 in seinem Wohnhaus in Hilden bei Düsseldorf erstochen worden. 24 Messerstiche in Rücken, Nacken und den rechten Brustbereich wurden damals festgestellt. Fast 42 Jahre später wird in Düsseldorf gegen einen 62 Jahre alten Angeklagten verhandelt. Zur Tatzeit war er 21 Jahre alt und soll als Prostituierter gearbeitet haben.

Im Visier der Mordkommission

Der Angeklagte war bereits damals ins Visier der Mordkommission geraten: Sein Fingerabdruck war an einem Teller in der Küche des Professors entdeckt worden. Dort soll der Wissenschaftler seinen späteren Mörder bewirtet haben.

Deswegen wurde dem Mann, der inzwischen in Italien lebte, Jahrzehnte später eine DNA-Probe abverlangt. Sie passt laut den Ermittlungen zu einer DNA-Spur an der Leiche des Professors und an einem Tuch im Schlafzimmer. Damals hatten diese Spuren demnach noch nicht entschlüsselt und ausgewertet werden können.

Verteidigerin Hannah Piel sagt, ihr Mandant beteuere seine Unschuld. An der Leiche des Professors sei DNA von vier verschiedenen Männern entdeckt worden. 

„Ausschweifendes Sexualleben“

Der verwitwete Professor soll mehrfach männliche Prostituierte mit nach Hause gebracht haben. Da weder ein Fenster eingeschlagen noch eine Tür aufgebrochen war, ging die Kripo damals davon aus, dass der Hochschullehrer seinen Mörder selbst hereingelassen und vermutlich gekannt hat. Die drei Kinder des verwitweten, alleinerziehenden Vaters wurden durch die Tat zu Vollwaisen.

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