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Mutter mit Axt erschlagen: 19-Jähriger verurteilt

Ein junger Mann aus Gelsenkirchen erschlägt seine schlafende Mutter mit einer Axt. Jetzt ist der 19-Jährige verurteilt worden.

Von dpa

09.03.2026

Mutter mit Axt erschlagen: 19-Jähriger muss in die PsychiatrieBernd Thissen/dpa

Mutter mit Axt erschlagen: 19-Jähriger muss in die PsychiatrieBernd Thissen/dpa

© Bernd Thissen/dpa

Die wuchtigen Schläge gingen direkt auf den Kopf: Vor rund acht Monaten hat ein junger Mann aus Gelsenkirchen seine schlafende Mutter mit einer Axt erschlagen. Am Montag ist der 19-Jährige auf unbestimmte Zeit in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen worden. Das Urteil des Essener Landgerichts lautet auf Mord. Richterin Dorothee Endriss sprach von einem „äußerst brutalen und planmäßigen Vorgehen“, das fast schon einem „Overkill“ geglichen habe.

Es war die Nacht auf den 29. Juni vergangenen Jahres, als der deutsche Angeklagte das Schlafzimmer seiner Mutter betrat. Die Richter gehen davon aus, dass er rund zehnmal zugeschlagen hat. Anschließend habe er auch noch zweimal mit einem Dolch zugestochen – direkt in Herz und Lunge. Die 46-Jährige sei zu keiner Abwehrhandlung fähig gewesen.

Angeklagter hat sich wie ein „Haustier“ gefühlt

Im Prozess hatte der 19-Jährige die Tat gestanden und erklärt, dass er kein gutes Verhältnis zu seiner Mutter gehabt habe. „Ich habe mich gefühlt wie ein Haustier, auf das man keine Lust mehr hat“, sagte er den Richtern. „Ich bin gar nicht mehr als Mensch wahrgenommen worden, sondern wie ein Ding, das einfach da ist.“

Laut Urteil haben Mutter und Sohn unter katastrophalen familiären Bedingungen gelebt. Die Gelsenkirchener Wohnung sei völlig verwahrlost und bereits von Ungeziefer befallen gewesen. In Küche und Bad hätte sich überall Schimmel ausgebreitet.

19-Jähriger hat Amoklauf an seiner ehemaligen Schule geplant

Nach der Bluttat hatte der Angeklagte noch zwei Tage neben der Leiche seiner Mutter gelebt. In dieser Zeit war er auch an seiner ehemaligen Schule aufgetaucht. Dort hatte der 19-Jährige nach eigenen Angaben einen Amoklauf geplant, bei dem er mindestens neun Schüler töten wollte. Davon habe er dann aber doch wieder abgesehen, weil seine früheren Lehrerinnen so nett zu ihm gewesen seien. Bei ihnen habe er sich geborgen gefühlt. Das sahen auch die Richter so. 

„Die beiden Lehrerinnen haben durch ihr unvoreingenommenes Verhalten sehr wahrscheinlich den Tod mehrerer Schüler verhindert“, so Richterin Endriss bei der Urteilsbegründung.

Richter halten Angeklagten für weiterhin gefährlich

Der Angeklagte ist laut Urteil bereits vor der Tötung seiner Mutter von Amokläufern und Massenmördern fasziniert gewesen. Nach Einschätzung eines Psychiaters leidet der 19-Jährige an einer schweren Persönlichkeitsstörung. Der vom Gericht hinzugezogene Sachverständige hatte den Angeklagten als „Persönlichkeit mit Sprengstoff“ bezeichnet. Das Interesse an Mordfällen sei kein „infantiles Gehabe“, sondern sehr ernst zu nehmen.

Die Richter gehen davon aus, dass von dem 19-Jährigen unbehandelt auch weitere schwere Straftaten zu erwarten sind und er deshalb für die Allgemeinheit gefährlich ist. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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