Millionenbetrug: Düsseldorfer auf Ibiza vor Auslieferung
Ein Düsseldorfer Immobilienentwickler und die Partyinsel Ibiza stehen im Mittelpunkt eines spektakulären Betrugsfalls. Der Schaden soll sich auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag belaufen.
Das LKA Düsseldorf präsentierte beschlagnahmte Luxusgegenstände. Ein Düsseldorfer Immobilienentwickler soll in großem Stil betrogen und veruntreut haben. (Archivbild)LKA Nordrhein-Westfalen/Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen/dpa
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Ein des Betrugs verdächtiger Immobilienentwickler aus Düsseldorf ist nach seiner Festnahme auf der spanischen Baleareninsel Ibiza wieder auf freiem Fuß. Die Freilassung habe die zuständige Richterin am Nationalen Gerichtshof beschlossen, teilte ein Sprecher der spanischen Justiz der Deutschen Presse-Agentur in Madrid auf Anfrage mit. Zuvor hatte die „Rheinische Post“ berichtet.
Der Deutsche steht im Verdacht, bei einem Privatinsolvenzverfahren in großem Stil betrogen zu haben. Der 61-Jährige war bei einer europaweiten Razzia in seinem Anwesen auf Ibiza festgenommen worden. Er soll nach offiziellen Angaben schon bald an Deutschland ausgeliefert werden.
Die Freilassung sei auf Antrag der Staatsanwaltschaft erfolgt, teilte der Sprecher mit. Der Deutsche habe einen Wohnsitz und eine Telefonnummer angeben müssen, unter denen er erreichbar sein müsse. Der Beschuldigte habe erklärt, „dass er der Auslieferung zustimmt, sodass sein Transfer nach Deutschland in den kommenden Tagen erfolgen sollte“, hieß es.
Schaden im „hohen zweistelligen Millionenbereich“
Was steckt hinter dem spektakulären Betrugsverdacht? „Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen steht ein Schaden im hohen zweistelligen Millionenbereich im Raum“, berichtete vergangene Woche Staatsanwalt Hauke Lorenzen von der Staatsanwaltschaft Düsseldorf.
Der Deutsche soll ausgeliefert werden. (Foto Handout)LKA Nordrhein-Westfalen/Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen/dpa
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Gegenstand der Ermittlungen sind den Angaben zufolge unter anderem Vorwürfe des Bankrotts, des Betrugs, der Untreue sowie der Verletzung der Buchführungspflicht. Bei den Vorwürfen gehe es vor allem um das Privatinsolvenzverfahren des Hauptbeschuldigten. Dieser soll vor seinem Eigenantrag auf Eröffnung des Verfahrens wesentliche Vermögenswerte auf andere Personen übertragen haben.
Razzia mit 400 Ermittlern in sechs Ländern
Einen weiteren, 66 Jahre alten Beschuldigten nahmen die Ermittler in einem Wohnhaus in Leichlingen bei Düsseldorf fest. Ermittelt wird auch noch gegen weitere Personen, die an den Taten beteiligt gewesen sein sollen. Wie viele dies sind, teilte das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen nicht mit.
An der Razzia waren den Angaben zufolge mehr als 400 Ermittler in sechs Ländern beteiligt. Bei den Durchsuchungen von Wohnungen und Geschäftsadressen in Düsseldorf, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, in der Schweiz und in Spanien wurden nach Angaben des LKA unter anderem Computer, Mobiltelefone und Geschäftsunterlagen sowie mehrere Terabyte an Daten konfisziert. Auch Vermögenswerte in Millionenhöhe wurden sichergestellt. Neben Bargeld und Kunstgegenständen nahmen die Beamten Uhren, Handtaschen und einen Luxussportwagen in ihre Obhut.