Laos: Retter entdecken neuen Zugang zu Fluthöhle
In Laos werden noch immer zwei Goldsucher vermisst. Ein australischer Spezialist stieß nun in den Bergen auf einen weiteren Zugang zur Höhle. Aus der Tiefe waren zudem rätselhafte Geräusche zu hören.
Spezialisten haben nach eigenen Angaben einen neuen Zugang zu der Höhle gefunden. Josh Richards/dpa
© Josh Richards/dpa
Im Höhlendrama von Laos gibt es offenbar neue Hoffnung für zwei weiterhin vermisste Goldsucher. Retter haben einen bislang unbekannten Zugang zu dem Höhlensystem entdeckt, in dem die Männer vermutet werden. Der australische Höhlentaucher Josh Richards sagte der Deutschen Presse-Agentur, er habe gemeinsam mit Soldaten und dem französischen Höhlenexperten Robin Cuesta nach einem anstrengenden Marsch durch dicht bewaldetes Gelände eine weitere Öffnung im Berg gefunden.
Die Hoffnung kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Neue heftige Monsunregenfälle erschweren die Arbeiten in der abgelegenen Bergregion der Provinz Xaisomboun. Die Wassermassen hatten vor fast zwei Wochen große Teile des Höhlensystems geflutet und sieben Männer unter Tage eingeschlossen.
Fünf von ihnen konnten inzwischen gerettet werden. Nachdem Spezialisten am Freitagabend einen ersten Goldsucher aus der Höhle gebracht hatten, schafften es die vier übrigen Männer einen Tag später überraschend aus eigener Kraft ins Freie. Von zwei Vermissten fehlt aber noch jede Spur – es gibt den Rettern zufolge aber eine Vermutung, wo sie sein könnten.
Videos show the dramatic moments as four Laos villagers emerge from the flooded cave after being trapped for more than a week. They walked and crawled out on their own as rescuers were preparing to enter the cave, according to Bounkham Luanglath of the Lao People's Volunteer… pic.twitter.com/qBPD19copm
— CNN (@CNN) May 30, 2026
Geräusche aus der Tiefe
Richards erklärte, er habe sich bereits am Sonntag durch eine enge Öffnung in den frisch entdeckten Zugang fast vertikal in die Tiefe abgeseilt, um die Umgebung zu erkunden. Dabei stieß er auf ein weiteres Loch, das möglicherweise rund 100 Meter tief in die Nähe jener Kammer führen könnte, in der die beiden Vermissten vermutet werden. Ob tatsächlich eine Verbindung besteht, ist bislang unklar.
Besonders bemerkenswert: Während seiner Erkundung habe er mit einem Hammer wiederholt gegen das Gestein geschlagen. Aus der Tiefe seien daraufhin Geräusche zurückgekommen. „Es ist nicht klar, ob das ein Tier war oder etwas anderes, aber auf jeden Fall kommen von da unten ungewöhnliche Geräusche.“ Er fügte hinzu: „Das wird ein großer Tag für uns alle.“
Höhlentaucher Josh Richards ist in Laos, um die Mission zu unterstützen. Er entdeckte nun ein Loch im Berg, das zu zwei Vermissten führen könnte.Josh Richards/dpa
© Josh Richards/dpa
Ursprünglich hatten die Einsatzkräfte erwogen, tauchend hinter jene Kammer vorzudringen, in der die fünf Überlebenden entdeckt worden waren. Doch dieser Weg gilt als extrem gefährlich und beinhaltet klaustrophobisch enge Tunnel. „Es ist großartig, dass wir einen anderen Zugang gefunden haben“, sagte Richards. Der bisher geplante Weg sei „furchteinflößend“ und mache vielen Beteiligten große Angst.
Die Rettung von vier Männern aus eigener Kraft gilt als Wunder.Uncredited/Association Of Volunteers For Lao People/AP/dpa
© Uncredited/Association Of Volunteers For Lao People/AP/dpa
Die Rettungskräfte um den finnischen Höhlentaucher Mikko Paasi hatten seit Tagen unermüdlich an der Rettung gearbeitet.Josh Richards/dpa
© Josh Richards/dpa
Um aus dem Berg zu kommen, mussten die tagelang eingeschlossenen Goldsucher viele enge Tunnel passieren.-/Metta Tham Rescue Kalasin/AP/dpa
© -/Metta Tham Rescue Kalasin/AP/dpa