Freundin im Wahn erstochen: Über zehn Jahre Haft
Eine junge Mutter aus Herne wird in Gelsenkirchen getötet. Jetzt ist ihr psychisch kranker Freund verurteilt worden.
Das Gericht verurteilte den Mann zu über zehn Jahren Haft. (Archivfoto)Bernd Thissen/dpa
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Nach einer tödlichen Messerattacke ist ein psychisch kranker Mann am Mittwoch wegen Mordes zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der 28-Jährige hatte gestanden, seine Freundin am 3. November vergangenen Jahres in Gelsenkirchen auf offener Straße erstochen zu haben. Hintergrund der Tat waren laut Urteil Wahnvorstellungen.
„Das Unfassbare ist kaum in Worte zu fassen“, sagte Richter Jörg Schmitt beim Urteil des Essener Schwurgerichts. Auch das Schicksal des heute einjährigen Kindes sei traurig: „Irgendwann muss man ihm erklären, dass der Papa die Mama umgebracht hat.“
Stich traf direkt in den Hals
Die Tat passierte nach einem gemeinsamen Einkauf. Die 24-Jährige aus Herne hatte keine Chance. Einer der Stiche mit der 15 Zentimeter langen Messerklinge traf sie direkt in den Hals.
Laut Urteil hatte der Deutsch-Kosovar seine Partnerin schon Wochen vor der Tat mit einem Messer angegriffen und mehrere Stunden in der Küche der gemeinsamen Herner Wohnung eingesperrt.
Eine psychiatrische Sachverständige hatte im Prozess von einer wahnhaften Störung gesprochen - mit Verfolgungs- und Vergiftungsängsten. Der Angeklagte gehe davon aus, dass seine Partnerin und seine frühere Ehefrau ein Komplott geschmiedet hätten, um ihn umbringen zu lassen.
Die Richter haben den Angeklagten als erheblich vermindert schuldfähig eingestuft und auch die sofortige Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie angeordnet - zum Schutz der Allgemeinheit. Von dort kann der 28-Jährige erst entlassen werden, wenn von ihm keine Gefahr mehr ausgeht. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.