Panorama

Zwei Sturmtiefs halten Feuerwehren in Atem

Mit Böen, teils kräftigen Niederschlägen und zahlreichen wetterbedingten Feuerwehreinsätzen ist NRW durch das Herbstwochenende gekommen - und auch die neue Woche beginnt wechselhaft.

Von dpa

25.10.2026

Sonne und Wolken wechseln sich an diesem stürmischen Wochenende rasch ab. Thomas Banneyer/dpa

Sonne und Wolken wechseln sich an diesem stürmischen Wochenende rasch ab. Thomas Banneyer/dpa

© Thomas Banneyer/dpa

Zwei aufeinanderfolgende Sturmtiefs haben Nordrhein-Westfalen am Wochenende in Atem gehalten. Umgestürzte Bäume, beschädigte Gebäude und Störungen im Bahnverkehr hielten die Einsatzkräfte in mehreren Städten und Gemeinden auf Trab. Und auch die neue Woche startet mancherorts wieder mit kräftigen Böen und Schauern, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) vorhersagt.

Am Freitagabend und in der Nacht zum Samstag richtete das erste Herbsttief „Luise“ in NRW zahlreiche Schäden an. Bäume und größere Äste stürzten auf Straßen, Gehwege und Gebäude. Auch der Bahnverkehr war betroffen. Bei Weeze im Kreis Kleve knickte ein Windrad um und stürzte auf ein Feld. Darauffolgend legte Sturmtief „Manja“ bis in den Sonntag nach.

Zahlreiche Feuerwehreinsätze

Die Einsatzkräfte in NRW waren unermüdlich im Einsatz. Besonders häufig musste die Feuerwehr in Essen ausrücken: Binnen 24 Stunden sei sie 110 Mal sturmbedingt zu Hilfe gerufen worden, bilanzierte sie am Samstagnachmittag. Herabstürzende Äste beschädigten Autos, Straßenlaternen und Stromleitungen, Straßen mussten freigeräumt werden. Ein Baum stürzte auf ein Hausdach, verletzt wurde aber niemand. 

Auch in Duisburg ging es turbulent zu - rund 40 Einsätze wurden bis zum Samstag wegen Sturmschäden gezählt. Ein Baum stürzte auf einen Kiosk, weitere fielen auch hier in Stromleitungen. Zudem fuhr eine Autofahrerin gegen einen umgestürzten Baum. Verletzte wurden nicht gemeldet.

In anderen Städten des Landes richtete der Sturm ebenfalls Schäden an. In Wuppertal rückte die Feuerwehr zu 54 wetterbedingten Einsätzen aus, in Bottrop wurden zwischen Freitagnachmittag und Samstagmorgen 23 Einsätze gezählt. In Leverkusen waren es bis Mitternacht 18. Dort mussten Straßen wegen umgestürzter Bäume zeitweise vollständig gesperrt werden.

In Remscheid stürzte ein größerer Baum gegen eine Lärmschutzwand an einer Autobahn. Weil er in die Fahrbahn ragte und weiter auf die Autobahn zu kippen drohte, wurde die Strecke in Richtung Köln vorübergehend gesperrt. Auch in Pulheim mussten Feuerwehrkräfte unter anderem an der Bundesstraße 59 umgestürzte Bäume beseitigen.

Weitere Einsätze gab es in Mülheim an der Ruhr, Mönchengladbach und Bedburg-Hau. In Mülheim an der Ruhr zählte die Feuerwehr mehr als 30 unwetterbedingte Hilfeleistungseinsätze. Gemeldet wurden unter anderem lose Bauteile, beschädigte Ampelanlagen, verschobene Baustellenabsperrungen und umgestürzte Bäume. In Mönchengladbach arbeiteten die Einsatzkräfte zwischen Freitagmittag und Samstagmorgen 28 sturmbedingte Einsatzstellen ab. In zwei Fällen beschädigten umgestürzte Bäume Hausdächer. In Bedburg-Hau beseitigte die Feuerwehr drei Bäume, die Straßen blockierten.

Bahnverkehr durch umgestürzte Bäume gestört

Auch der Regional- und S-Bahn-Verkehr in Nordrhein-Westfalen war von den Auswirkungen des Sturms betroffen. Auf mehreren Strecken lagen Bäume auf den Gleisen oder waren in Oberleitungen gestürzt. Dadurch kam es zu Sperrungen, Verspätungen und Zugausfällen. In Legden im Kreis Borken wurden am Samstag nach Medienberichten rund 30 Fahrgäste aus einer entgleisten Bahn evakuiert, ein Baum hatte die Gleise blockiert. 

Unwetterbedingt gab es auch am Sonntag Probleme auf verschiedenen Bahnstrecken. So dauerten Beeinträchtigungen auf der Strecke zwischen Münster und Recklinghausen wegen eines bei Marl-Sinsen in die Oberleitung gefallenen Baumes zunächst an - Züge wurden umgeleitet und brauchten etwa 15 Minuten länger. Auch auf der Linie der S2 beeinträchtigte ein umgestürzter Baum den Abschnitt zwischen Gelsenkirchen und Essen - genau wie auf der Bahnstrecke zwischen Bönen und Unna.

Sturmtief „Manja“ legt nach

Auch die Nacht zum Sonntag verlief in vielen Teilen Nordrhein-Westfalens erneut unruhig und stürmisch. Das zweite Sturmtief sorgte über Nacht vielerorts für kräftige Niederschläge und böige Winde. Allein die Bochumer Feuerwehr meldete in der Nacht zum Sonntag 14 Einsätze im Stadtgebiet, meist mussten Gefahrenstellen wie abgebrochene Äste oder lose Gegenstände gesichert werden.

Die Essener Feuerwehr meldete seit Samstagnachmittag mehr als 60 weitere sturmbedingte Einsätze, ebenfalls meist wegen abgeknickter Äste und Bäume. Vor allem seit Mitternacht habe es zahlreiche Notrufe gegeben, sagte ein Sprecher. Größere Auswirkungen oder Angaben über Verletzte wurden zunächst nicht bekannt.

In Dortmund sei ein Baum gegen ein Haus gekippt und habe mit einem Kran entfernt werden müssen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Bei rund 50 Einsätzen seit Samstagmittag habe es aber keine Verletzten und nur Sachschäden gegeben.

Auch die neue Woche beginnt stürmisch

Der Sonntag bleibt nach Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wechselhaft mit starken bis stürmischen Böen mit bis zu 55 bis 70 Stundenkilometern. Zur Nacht sollen die Böen demnach zunächst abschwächen und die Schauer abklingen.

Der Montag beginnt der Prognose nach dann zunächst wolkig und niederschlagsfrei, zum Nachmittag soll es dann aber wieder regnen. Stürmische Böen sind weiterhin nicht ausgeschlossen. Den DWD-Experten zufolge soll es auch im Verlauf des Dienstags wieder nass und teils böig werden.

Im Kreis Kleve ist ein Windrad umgeknickt.Guido Schulmann/dpa

Im Kreis Kleve ist ein Windrad umgeknickt.Guido Schulmann/dpa

© Guido Schulmann/dpa

Bei Marl ist ein Baum in eine Oberleitung gefallen.Christoph Reichwein/dpa

Bei Marl ist ein Baum in eine Oberleitung gefallen.Christoph Reichwein/dpa

© Christoph Reichwein/dpa

Das könnte Sie auch interessieren