Panorama

Das sind die irrsten Seilbahnen der Alpen

Ob offen, drehend oder nostalgisch: In diesen Seilbahnen in Frankreich, Italien, der Schweiz, Österreich und Deutschland sind die Fahrten zum Gipfel das eigentliche Erlebnis.

Von Tom Nebe, dpa

25.06.2026

Den Vierwaldstättersee im Blick: In der CabriO-Bahn hinauf zum Stanserhorn ist die Aussicht beeindruckend.Dominik Baur/Switzerland Tourism/dpa-tmn

Den Vierwaldstättersee im Blick: In der CabriO-Bahn hinauf zum Stanserhorn ist die Aussicht beeindruckend.Dominik Baur/Switzerland Tourism/dpa-tmn

© Dominik Baur/Switzerland Tourism/dpa-tmn

Wer in den Alpen ohne eine lange Wanderung hoch hinaus will, nutzt eine der unzähligen Seilbahnen. Alle für sich sind technische Meisterwerke, doch diese sieben Anlagen sind ganz besonders:

1. Im Cabriodeck bis zu 400 Meter über dem Boden

Die Ahornbahn im Zillertal ist ein Doppeldecker der besonderen Art – auf der großen Hauptkabine ist ein Cabriodeck aufgesetzt. Wer dort mitfährt, muss schwindelfrei sein, ansonsten werden es lange sieben Minuten von Mayrhofen hinauf zum Ahornplateau auf knapp 2.000 Meter. An der höchsten Stelle schwebt die Gondel rund 400 Meter über dem Boden.

Schwindelfreiheit ist Pflicht, wenn Urlauber einen Platz auf dem kleinen „SkyRide“-Deck der Ahornbahn im Zillertal buchen.Mayrhofner Bergbahnen/dpa-tmn

Schwindelfreiheit ist Pflicht, wenn Urlauber einen Platz auf dem kleinen „SkyRide“-Deck der Ahornbahn im Zillertal buchen.Mayrhofner Bergbahnen/dpa-tmn

© Mayrhofner Bergbahnen/dpa-tmn

Wird einem schon beim Gedanken schwummrig, das im Freien zu erleben, nimmt man lieber in der geschlossenen Hauptkabine Platz – mit Raum für 160 Personen ist es laut den Betreibern die Größte in Österreich. (Kosten für Berg- und Talfahrt: 40 Euro für Erwachsene plus 8 Euro Aufpreis für „SkyRide“-Deck)

2. Freier Blick auf den Vierwaldstättersee

Das Konzept der offenen Gondeln haben die Österreicher nicht exklusiv. Auch in der Schweiz gibt es ein Seilbahncabrio: Es fährt in Nidwalden unweit von Luzern. Während die CabriO-Bahn zum Stanserhorn fährt, fällt der Blick hinab auf den Vierwaldstättersee. Schöner geht es kaum. Plätze auf dem Oberdeck können nicht extra reserviert werden. (Kosten für Berg- und Talfahrt: umgerechnet 40 Euro für Erwachsene)

Ein guter Platz in der Schlange sichert die beste Aussicht: Reservieren können Urlauber die Außenplätze auf der CabriO-Bahn nicht.Dominik Baur/Switzerland Tourism/dpa-tmn

Ein guter Platz in der Schlange sichert die beste Aussicht: Reservieren können Urlauber die Außenplätze auf der CabriO-Bahn nicht.Dominik Baur/Switzerland Tourism/dpa-tmn

© Dominik Baur/Switzerland Tourism/dpa-tmn

3. Drehend hinauf zum Dach Europas

Die Gipfel des Mont-Blanc-Massivs bekommt in dieser Bahn jeder zu sehen – egal, wo man steht: Die Gondeln der Skyway Monte Bianco, die von Courmayeur im italienischen Aostatal hinauf zum Punta Helbronner (3.466 m) fahren, drehen sich während der Fahrt 360 Grad um die eigene Achse. Der Punta Helbronner liegt auf der Grenze von Italien und Frankreich, nur wenige Kilometer Luftlinie vom Mont Blanc, Europas höchstem Gipfel (4.806 m).

Was für eine Ästhetik: Die Skyway Monte Bianco im Aostatal fährt drehend hinauf ins Mont-Blanc-Massiv.Marco Valmarana/Skyway Monte Bianco/dpa-tmn

Was für eine Ästhetik: Die Skyway Monte Bianco im Aostatal fährt drehend hinauf ins Mont-Blanc-Massiv.Marco Valmarana/Skyway Monte Bianco/dpa-tmn

© Marco Valmarana/Skyway Monte Bianco/dpa-tmn

Auf dem Hin- oder Rückweg lohnt sich ein Ausstieg an der Zwischenstation Pavillon auf 2.173 Meter Höhe – dort liegt einer der höchsten botanischen Gärten Europas, mit mehreren Hundert Pflanzen. Im Juli beginnt die Blütezeit. Während man durch den Felsgarten und die Bergwiesen des Gartens streift, fahren im Hintergrund die gläsernen Gondeln. (Kosten für Berg- und Talfahrt: 59 Euro für Erwachsene)

4. Technische Pionierleistung aus der Schweiz

Wie bei den Cabrios gibt es auch bei den drehenden Gondeln ein Schweizer Pendant: Die Rotair-Bahn hinauf zum Titlis (3.238 m) im Kanton Obladen war zu ihrer Eröffnung 1992 die allererste drehbare Seilbahn der Welt. Zwischendurch erneuert fährt sie noch heute und ist mit ihrem Anstrich in der Optik der Schweizer Flagge auch ein Hingucker. (Kosten für Berg- und Talfahrt ab Engelberg: umgerechnet ca. 110 Euro für Erwachsene)

Der Titlis liegt in der Schweiz: Wer das vergisst, wird spätestens beim Blick auf die Rotair-Gondel daran erinnert.Roger Grütter/Titlis Bergbahnen/dpa-tmn

Der Titlis liegt in der Schweiz: Wer das vergisst, wird spätestens beim Blick auf die Rotair-Gondel daran erinnert.Roger Grütter/Titlis Bergbahnen/dpa-tmn

© Roger Grütter/Titlis Bergbahnen/dpa-tmn

5. Riesengondeln in Frankreich

Geht es um schiere Größe, ist diese Bahn nahezu unangefochten: Die Doppelstockkabinen des Vanoise Express zwischen La Plagne und Les Arcs in den französischen Alpen bieten je knapp 200 Plätze – das macht sie zu einer der größten Seilbahnen der Welt. Die Fahrt übers Ponthurin-Tal mit den bis zu 45 km/h schnellen Gondeln dauert nur vier Minuten. Auch wenn in der Ferne der Mont Blanc zu sehen ist, sollte man nicht verpassen, einmal nach unten zu schauen. Durch die Glasplatten im Kabinenboden reicht der Blick bis zu 380 Meter in die Tiefe. (Kosten für Hin- und Rückfahrt: 17 Euro für Erwachsene)

6. Fahrstuhlgefühle in der steilsten Seilbahn

Vier Minuten lang ist auch die Schilthornbahn auf ihrem ersten Abschnitt zwischen Stechelberg und Mürren unterwegs – die Fahrt hat etwas von Fahrstuhl, denn auf nur 1.194 Meter Länge überwinden die Gondeln in den Berner Alpen 775 Höhenmeter. Das macht eine Steigung von gut 159 Prozent. Weltrekord. Vom Bergdorf Mürren aus geht es dann mit zwei weiteren Seilbahnen bis zum Gipfel auf 2.970 Meter. (Berg- und Talfahrt für die Gesamtstrecke: umgerechnet rund 125 Euro für Erwachsene)

Steiler ist es nirgendwo: Der Abschnitt der Schilthornbahn zwischen Stechelberg und Mürren geht fast schon als Fahrstuhl durch.Schilthornbahn AG/dpa-tmn

Steiler ist es nirgendwo: Der Abschnitt der Schilthornbahn zwischen Stechelberg und Mürren geht fast schon als Fahrstuhl durch.Schilthornbahn AG/dpa-tmn

© Schilthornbahn AG/dpa-tmn

7. Nostalgie im Berchtesgadener Land

Steiler, größer, innovativer – nach all diesen Superlativen kommt zum Abschluss noch etwas Seilbahnnostalgie: Die Predigtstuhlbahn fährt seit fast 100 Jahren im Berchtesgadener Land. Sie ist laut den Betreibern die älteste Seilbahn der Welt. Stolz ist man darauf, dass die Anlage seit ihrer Inbetriebnahme 1928 einwandfrei funktioniere. Und so kommen die Fahrgäste in den nostalgischen rot-weißen Aluminiumkabinen noch immer sicher mit beschaulichen 18 km/h von Bad Reichenhall hinauf zum namensgebenden Predigtstuhl auf 1.614 Meter. (Kosten für Berg- und Talfahrt: 57 Euro für Erwachsene)

Fast 100 Jahre alt und immer noch verlässlich: Die Predigtstuhlbahn fährt unbeirrt im Berchtesgadener Land.Thomas Kujat/Predigtstuhlbahn/dpa-tmn

Fast 100 Jahre alt und immer noch verlässlich: Die Predigtstuhlbahn fährt unbeirrt im Berchtesgadener Land.Thomas Kujat/Predigtstuhlbahn/dpa-tmn

© Thomas Kujat/Predigtstuhlbahn/dpa-tmn

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