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CDU-Politiker Jens Spahn: „Ich bin schwul, nicht queer“

Jens Spahn grenzt sich klar von den Begriffen homosexuell und queer ab. Warum er sich selbst lieber als schwul bezeichnet und was ihn an Identitätspolitik stört.

Von dpa

01.04.2026

Jens Spahn lehnt die Begriffe homosexuell und queer für sich ab.Kay Nietfeld/dpa

Jens Spahn lehnt die Begriffe homosexuell und queer für sich ab.Kay Nietfeld/dpa

© Kay Nietfeld/dpa

Unionsfraktionschef Jens Spahn lehnt die Begriffe homosexuell und queer für sich ab. Er habe schon zu seinem Vorgänger Volker Kauder (CDU) gesagt: „Ich möchte von dir nie wieder homosexuell genannt werden“, sagte Spahn in einem Doppelgespräch mit seinem Kollegen Matthias Miersch (SPD) mit „Die Zeit“, die ihn zuvor als homosexuell bezeichnet hatte. Auf die Frage, wie dann, antwortete Spahn: „Schwul. Homosexuell, das klingt für mich furchtbar. Steril.“ Miersch erklärte, ihm gehe es genauso: „Es klingt klinisch, nach einer technischen Einordnung.“

Auch mit dem Begriff „queer“ könne er nichts anfangen, sagte Spahn (CDU). „Ich bin schwul, nicht queer. Dieses Identitätspolitische – als wäre das ein Konzept.“ Als queer bezeichnen sich nicht-heterosexuelle Menschen beziehungsweise Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren.

Spahn: Ich bin sehr liberal, was das Private angeht

Auf Nachfrage von Miersch, warum er mit „queer“ Probleme habe, und ob „es diese Politisierung und Abgrenzung“ brauche, antwortete Spahn: „Ich habe gar kein Problem damit, dass die Gesellschaft da offen ist, es kann sich auch jeder queer nennen. Im Gegenteil, ich bin sehr liberal, was das Private angeht. Ich halte aber nichts von der Verknüpfung mit politischer Ideologie.“

Wenn alles zu einer Frage der Selbstdefinition erklärt werde, „selbst das Geschlecht“, stelle man damit „die Emanzipationsgeschichte infrage“, erklärte Spahn. „Dann verschwindet doch alles, was erreicht wurde, auch für die Emanzipation von Frauen. Wer sitzt eigentlich dann auf der Toilette - oder im Frauengefängnis?“

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