Hochriskante Bergung der Goldsucher aus Höhle in Laos
In Laos warten fünf Goldsucher in einer klaustrophobischen Höhle auf ihre Bergung. Höhlentaucher sprechen von einer hochriskanten Mission. Jetzt reist ein Tauchspezialist aus Australien an.
Die Männer leben - aber die Bergung gestaltet sich schwierig.Uncredited/Benz Norrased Palasing Seascout Diving/AP/dpa
© Uncredited/Benz Norrased Palasing Seascout Diving/AP/dpa
Tief im Dschungel von Laos läuft ein Wettlauf gegen Zeit, Wasser und klaustrophobische Tunnel: Fünf verschollene Goldsucher wurden lebend in einer überfluteten Höhle entdeckt – doch ihre Rettung gilt als hochriskant. Wie die laotische Rettungsorganisation Rescue Volunteer for People mitteilte, wurden die Eingeschlossenen inzwischen mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt. Wann die Bergung genau beginnen soll, ist unklar. Gleichzeitig läuft die Suche nach zwei weiteren Vermissten weiter.
Die fünf Goldsucher waren am Mittwoch nach mehr als einer Woche lebend in der Höhle entdeckt worden. Nach Angaben der Einsatzkräfte sind sie erschöpft und hungrig, ihr Zustand ist aber stabil. Die Retter pumpten weiter Wasser ab, um den Weg nach draußen passierbar zu machen. Auch werde geprüft, ob erneut Wasser eindringen könnte, hieß es.
Spezialist aus Australien auf dem Weg
Unterdessen ist der australische Höhlentaucher Josh Richards zur Unterstützung der Mission auf dem Weg nach Laos. Er werde dort am Freitag eintreffen, sagte er dem australischen Sender 7News. Die Rettungsaktion sei extrem gefährlich und kompliziert. Er sei wegen seiner kleinen Statur angefragt worden, weil er durch die extrem engen Tunnel passe.
A South Australian cave diver is on his way to Laos on a dangerous mission to rescue miners trapped inside a flooded cave. Josh Richards had only a few hours to pack his bags and head to the airport where he has boarded the plane for the 20-hour-long journey. He says it is a… pic.twitter.com/sOvSJ9iaBt
— 7NEWS Adelaide (@7NewsAdelaide) May 28, 2026
Die Gänge seien instabil, die Sicht unter Wasser praktisch gleich null, fügte er unter Berufung auf Angaben der Einsatzteams hinzu: „Das ist wie in Kaffee zu tauchen.“ Experten warnten zudem, dass neue heftige Regenfälle die Lage dramatisch verschärfen könnten.
Sauerstoffmangel erschwert Bergung
Die Eingeschlossenen befinden sich Berichten zufolge Hunderte Meter vom Eingang entfernt. Die Gänge können zumeist nur kriechend passiert werden, teilweise muss durch tiefes Wasser getaucht werden. Medien sprachen von einer „klaustrophobischen Tortur“.
Zusätzlich erschwert Sauerstoffmangel die Rettungsaktion erheblich. Experten aus dem Nachbarland Thailand sind im Einsatz und erklärten, es würden zusätzliche Sauerstoffflaschen gebraucht, da die bisher installierten Luftleitungen nicht alle Bereiche erreichten. „Sicherheit hat absolute Priorität – es gibt keinen Raum für Fehler“, sagte der Leiter des thailändischen Rettungsteams, Ting Li Gengkat Bongkawong.
Rescue teams working to extract five survivors trapped in a cave in Laos’s Xaisomboun province are urgently appealing for oxygen tanks as the operation enters a critical phase, with two others still missing.
— Khaosod English (@KhaosodEnglish) May 28, 2026
The Thai rescue team leader, Ting Li Gengkat Bongkawong, president of… pic.twitter.com/kozXGLU6o4
Die Männer befinden sich seit dem 19. Mai in der Höhle im Bezirk Longchaeng in der nördlichen Provinz Xaisomboun. Insgesamt zehn Dorfbewohner hatten dort nach Gold gesucht, als heftige Regenfälle die Höhle plötzlich fluteten und ein Erdrutsch den Ausgang blockierte. Drei von ihnen konnten sich retten und Alarm schlagen. Sieben galten tagelang als vermisst, lange war unklar, ob sie noch lebten. Für die zwei weiterhin vermissten Männer schwinde langsam die Hoffnung, sagte Richards vor seiner Abreise aus Australien.
Vergleiche mit Rettungsmission in Thailand
Die Bergung könnte sich als äußerst schwierig erweisen, hatte auch der finnische Höhlentaucher Mikko Paasi in sozialen Netzwerken geschrieben. Der Experte hatte bereits 2018 die dramatische Rettungsaktion für ein eingeschlossenes Jugend-Fußballteam und ihren Trainer in der Tham-Luang-Höhle in Thailand unterstützt und ist auch diesmal in vorderster Front dabei. Auf einem von ihm veröffentlichten Video ist zu sehen, wie er sich in Laos durch extrem enge, mit braunem Wasser geflutete Höhlengänge kämpft – und schließlich die fünf Eingeschlossenen erreicht.
Medienberichten zufolge sollen die Männer ausreichend Vorräte mit sich geführt haben, um mehrere Tage in der Höhle überleben zu können. Auf Videos der Rettungskräfte schienen mindestens zwei von ihnen funktionierende Stirnlampen zu tragen.
Retter hatten die fünf Männer am Mittwoch in der Höhle entdeckt.Uncredited/Benz Norrased Palasing Seascout Diving/AP/dpa
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Die Höhle gilt als deutlich kleiner und enger als die Tham-Luang-Höhle in Thailand. Wie die Goldsucher genau nach draußen gebracht werden sollen, wurde zunächst nicht bekannt. In Thailand waren die Jugendlichen mit Beruhigungsmitteln betäubt worden, um sie sicher aus der Höhle zu bringen.
Der Rettungsorganisation Rescue Volunteer for People zufolge stehen Ärzteteams bereit, um die Männer unmittelbar nach ihrer Bergung medizinisch zu versorgen. Für den Transport aus dem schwer zugänglichen Gebiet, das von Bergen und dichtem Dschungel geprägt ist, sollen weitere Helfer organisiert werden.
Der Zugang zu der Höhle ist extrem eng. Uncredited/Metta Tham Rescue Kalasin/AP/dpa
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Die Arbeit der Retter ist sehr kompliziert und gefährlich.Uncredited/Metta Tham Rescue Kalasin/AP/dpa
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Die Suche in der gefluteten Höhle gestaltete sich ausgesprochen schwierig.Uncredited/Metta Tham Rescue Kalasin/AP/dpa
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Internationale Spezialisten wie der finnische Rettungstaucher Mikko Paasi beteiligen sich an der Rettungsmission. Uncredited/Metta Tham Rescue Kalasin/AP/dpa
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Die Retter müssen durch schmale Gänge kriechen. Uncredited/Metta Tham Rescue Kalasin/AP/dpa
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Tafeln an der Tham-Luang-Höhle in Thailand erinnern bis heute an die aufwendige Rettungsaktion von 2018. (Archivbild)Carola Frentzen/dpa
© Carola Frentzen/dpa
Die Retter müssen während ihres Einsatzes einiges aushalten. Uncredited/Metta Tham Rescue Kalasin/AP/dpa
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