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Zwei jungen Männern in Neukölln in die Beine geschossen

Schüsse fallen am Samstagabend in der Hermannstraße. Die Polizei findet zwei Verletzte - einer von ihnen ist 17 Jahre alt. Das LKA vermutet eine Auseinandersetzung in der organisierten Kriminalität.

Von dpa

03.05.2026

Zwei Männer mit Schussverletzungen wurden in Berlin-Neukölln gefunden. (Symbolbild)Jens Büttner/dpa

Zwei Männer mit Schussverletzungen wurden in Berlin-Neukölln gefunden. (Symbolbild)Jens Büttner/dpa

© Jens Büttner/dpa

Ein unbekannter Täter hat zwei jungen Männern in Berlin-Neukölln in die Beine geschossen und sie schwer verletzt. Einer der beiden war nach der Tat am Samstagabend in einem „kritischen Zustand“, wie die Polizei mitteilte. Nach einer Notoperation war er aber nicht in Lebensgefahr. Der Schütze flüchtete unerkannt. In Schöneberg gab es in der Nacht zu Sonntag einen weiteren Vorfall mit Schüssen. 

Beide Vorfälle stehen nach ersten Erkenntnissen der Polizei im Zusammenhang mit der organisierten Kriminalität in Berlin. Die Sondereinheit des Landeskriminalamtes „Ferrum“ (lateinisch für „Eisen“) ermittelt jeweils. Diese Ermittlungseinheit wurde im November 2025 eingesetzt, um gegen die zunehmende Gewalt und Schießereien in der organisierten Kriminalität vorzugehen. 

Der Angriff auf den jungen Mann und den Jugendlichen im Alter von 25 und 17 Jahren geschah gegen 21.45 Uhr in der Hermannstraße nahe dem U-Bahnhof Leinestraße. Ein Mitarbeiter des Objektschutzes der Polizei hörte die Schüsse und entdeckte einen verletzten Mann. Daraufhin alarmierte er Polizisten. Diese fanden die beiden Verletzten: den Jüngeren im Anita-Berber-Park und den Älteren auf dem Gehweg der Hermannstraße. 

Polizisten mit Maschinenpistolen sperren Tatort 

Sanitäter brachten den Mann und den Jugendlichen in Krankenhäuser, wo sie weiter versorgt wurden. Der Tatort wurde von einem Großaufgebot bewaffneter Polizisten bis 3.00 Uhr weiträumig abgesperrt. Experten der Spurensicherung suchten die Umgebung ab. Fotos der Zeitung „B.Z.“ zeigen Polizisten mit Maschinenpistolen. Auch der U-Bahnhof wurde zeitweilig gesperrt, die Züge fuhren durch. 

Auf ein Café in Schöneberg wurde ebenfalls gefeuert. Gegen 4.50 Uhr soll ein unbekannter Täter auf das Café in der Potsdamer Straße Ecke Großgörschenstraße geschossen haben und anschließend geflüchtet sein, so die Polizei. An der Hausfassade wurden Einschusslöcher entdeckt. 

Zunehmende Gewaltkriminalität in Berlin

Auch in den vergangenen Tagen hatten unbekannte Täter immer wieder Schüsse abgefeuert, auf ein Haus in Spandau, auf das Geschäft eines Autoteilehändlers in Neukölln und auf eine Fahrschule in Reinickendorf. 

Seit mehr als einem Jahr macht die zunehmende Gewaltkriminalität mit Schusswaffen der Polizei Sorgen. Oft handelt es sich laut Polizei um Erpressungen von Geschäftsleuten sowie Revierkämpfe und Auseinandersetzungen in der organisierten Kriminalität.

2025 zählte die Polizei 1.119 Fälle von Schusswaffengebrauch, etwas mehr als die Hälfte waren Drohungen, in 515 Fällen wurde geschossen. Das waren insgesamt 68 Prozent mehr Straftaten, bei denen mit Waffen gedroht oder geschossen wurde, als im Vorjahr 2024. Auch die Staatsanwaltschaft setzte inzwischen eine spezielle Ermittlungsgruppe „Telum“ (lateinisch für „Angriffswaffe“) ein.

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