Zoll zerschlägt Drogenbande - fünf Haftbefehle
Bei Durchsuchungen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen finden die Ermittler vom Zoll mehrere Kilogramm Drogen sowie Schusswaffen und Messer. Die bewaffneten Tatverdächtigen waren noch jung.
An dem Einsatz waren mehr als 300 Beamte verschiedener Polizeidienststellen und Zollämter beteiligt.Julian Stratenschulte/dpa
© Julian Stratenschulte/dpa
Mehr als 300 Einsatzkräfte des Zolls haben in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bei großangelegten Razzien unter anderem mehr als fünf Kilogramm Betäubungsmittel und zehn Schusswaffen sichergestellt. Auch Munition, diverse andere Waffen wie Taser und Messer sowie Arzneimittel seien dabei entdeckt worden, wie das Zollfahndungsamt Essen am Freitag mitteilte. Fünf Verdächtige wurden verhaftet - drei in Bad Bentheim und zwei in der Stadt Schüttorf (Landkreis Grafschaft Bentheim).
„Das ist für uns als Ermittler eine besorgniserregende Entwicklung“, sagte eine Sprecherin. Die jungen Tatverdächtigen seien teils „bis an die Zähne bewaffnet“ gewesen.
Ermittler stellen mehr als 65.000 Euro sicher
Der Einsatz im Auftrag der Staatsanwaltschaft Aurich sei demnach bereits am 5. März gewesen. 15 Lager und andere Objekte in der Grafschaft Bentheim, im Kreis Steinfurt, im Großraum Köln sowie in Ostwestfalen wurden durchsucht. Dabei wurden auch Hunde eingesetzt, die auf Rauschgift, Bargeld und Waffen spezialisiert sind.
Dabei waren im Rahmen eines sogenannten Vermögensarrestes zudem ein Auto, Bargeld, eine Goldmünze sowie eine hochwertige Armbanduhr im Gesamtwert von insgesamt mehr als 65.000 Euro gesichert worden, hieß es vom Zoll. Weitere vier Autos wurden als sogenannte Tatmittel sichergestellt.
Ermittlungen laufen seit Juli 2025
Seit Juli 2025 ermittelt das Zollfahndungsamt Essen mit Sitz in Nordhorn gegen „eine achtköpfige Tätergruppierung“ aus Heranwachsenden und jungen Erwachsenen, die bandenmäßig mit Rauschgift gehandelt haben sollen, heißt es in der Mitteilung des Zolls. Dabei seien zuvor bereits mehr als zehn Kilogramm Cannabis und Kokain sichergestellt worden.
An dem Einsatz Anfang März waren auch Kräfte des Zollfahndungsamtes Hannover, der Hauptzollämter Bremen, Dortmund, Krefeld, Oldenburg und Osnabrück sowie der Polizeien Osnabrück und Steinfurt beteiligt. Auch Spezialkräfte des Zollkriminalamtes sowie die Bundespolizei und das Landeskriminalamt Niedersachsen waren vor Ort.