Zoll kontrolliert Kurier- und Paketdienstleister
Überstunden und Beladungszeiten bleiben manchmal unbezahlt: Der Zoll prüft Kurier- und Paketdienstleister und stellt in 55 Fällen weiteren Ermittlungsbedarf fest.
Der Zoll hat in Sachsen-Anhalt Kurier- und Paketdienstleister mit Blick auf Mindestlohn und Schwarzarbeit unter die Lupe genommen. (Symbolbild)Julian Stratenschulte/dpa
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Bei Kontrollen zu Mindestlohn und Schwarzarbeit hat der Zoll in Sachsen-Anhalt jetzt Kurier-, Express- und Paketdienstleister unter die Lupe genommen. Insgesamt wurden 250 Beschäftigte überprüft, wie das Hauptzollamt Magdeburg mitteilte. In 38 Fällen seien weitere Ermittlungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) erforderlich. In 17 Fällen stünden Verstöße gegen die Zahlung des Mindestlohns im Raum.
Kontrolliert wurden unter anderem Unternehmen in Magdeburg, Halle, Teutschenthal, Eisleben, Sangerhausen und im Südharz. In Wittenberg wurde den Angaben nach auf einem Parkplatz an der Bundesstraße 2 eine Kontrollstelle in beide Fahrtrichtungen eingerichtet. Im nördlichen Sachsen-Anhalt wurden bei mobilen Kontrollen Beschäftigte von 21 Unternehmen geprüft.
Arbeitszeiten werden mitunter nicht oder nicht vollständig vergütet
Die FKS stelle in der Branche immer wieder fest, „dass Personal falsch oder nicht bei den Sozialversicherungsträgern angemeldet ist und Arbeitszeiten nicht oder nicht vollständig vergütet werden“, hieß es. So würden etwa Überstunden sowie die Zeiten für die Beladung der Fahrzeuge oder Fahrten zwischen den Paketzentren und dem ersten Zustellort nicht entlohnt.
Einsatz von Subunternehmen: Personal zunehmend aus Drittstaaten
Zudem beobachte das Hauptzollamt den Einsatz von Subunternehmen, um etwa Sozialversicherungsbeiträge vorzuenthalten oder zu veruntreuen und Steuern zu hinterziehen. Die Beschäftigten würden oftmals aus EU-Mitgliedstaaten stammen, zunehmend aber auch aus Drittstaaten.