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Zahl offener Ermittlungsverfahren in MV stark gestiegen

Fast überall in den deutschen Staatsanwaltschaften wächst die Zahl der unerledigten Ermittlungsverfahren. Der Deutsche Richterbund kritisiert die Überlastung der Strafverfolger.

Von dpa

16.09.2026

Die Zahl der offenen Ermittlungsverfahren in MV ist deutlich gestiegen. (Symbolbild)Bernd Wüstneck/dpa

Die Zahl der offenen Ermittlungsverfahren in MV ist deutlich gestiegen. (Symbolbild)Bernd Wüstneck/dpa

© Bernd Wüstneck/dpa

Die Zahl unerledigter Ermittlungsverfahren bei den Staatsanwaltschaften in Mecklenburg-Vorpommern ist erneut gestiegen und liegt zur Mitte des Jahres bei 28.324. Ein Jahr zuvor waren es 20.277 offene Verfahren. Das entspricht einem Anstieg von fast 40 Prozent. Das ergab eine Recherche der Deutschen Richterzeitung bei den Landesjustizverwaltungen. 

In der ersten Hälfte des laufenden Jahres kamen in den Staatsanwaltschaften in Mecklenburg-Vorpommern demnach 55.548 neue Verfahren hinzu, 1.500 weniger als vor einem Jahr zur Jahresmitte. Die Gesamtzahl neu eingegangener Verfahren lag Ende 2025 bei 109.915 - gegenüber 2021 ein Anstieg von 5,9 Prozent. 

Mehr als 1,1 Millionen offene Fälle in Deutschland

Bundesweit meldeten die Strafverfolger zur Jahresmitte 2026 nach der Umfrage der Deutschen Richterzeitung erstmals mehr als 1,1 Millionen offene Fälle. Im Vergleich zum 30. Juni 2025 ist die Zahl der unerledigten Verfahren erneut um 125.700 Fälle oder 13 Prozent gestiegen. Seit Ende 2020, als bundesweit 709.367 offene Fälle in den Behörden lagen, ist der Aktenberg der Staatsanwaltschaften um 56 Prozent gestiegen. 

„Die Rekordeingangszahlen und die immer höheren Aktenbestände der Staatsanwaltschaften müssen Anlass für die Landesregierungen sein, jetzt konsequent gegenzusteuern“, sagt Sven Rebehn, der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes (DRB). „Den Strafverfolgern steht die Verfahrensflut bis zum Hals.“ Der Eindruck einer „Strafverfolgung nach Kassenlage“ dürfe sich nicht verfestigen.

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